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Kommentar Bettina Wulff kämpft um ihre Ehre

09.09.2012
Dass Bettina Wulff an die Öffentlichkeit geht, ist mutig. Ihr Fall zeigt, wie gefährlich Gerüchte in der Internet-Welt sind. Ein Kommentar von Werner Kolhoff.
Bettina Wulff

Bettina Wulff geht massiv gegen die Verbreitung von Gerüchten vor. Foto: Jens Kalaene  Bild: Foto: dpa

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Bettina Wulff ist nicht die Einzige. Es gibt viele Politikernamen, hinter denen Google beim Eintippen per Autovervollständigung zum Beispiel "schwul" eingibt oder "Liebesaffäre". Das Gerücht im Internet ist ein um sich greifendes schleichendes Gift. Google und Co. erklären, sie seien nur der technische Übermittlungsweg und hätten mit den Inhalten der üblen Behauptungen nichts zu tun.

Die etablierten Medien lassen sich von diesem Mechanismus schon anstecken. Günther Jauch erklärte auch, dass er selbst Bettina Wulff nicht in Zusammenhang mit Prostitution gebracht habe, sondern nur einen Bericht einer Zeitung zitiert habe, die wiederum berichtet hatte, dass es ein solches Gerücht gebe.

Bettina Wulff ist mutiger als andere

Wenn es so geht, dann braucht man in der Konsequenz bald keine professionellen Redaktionen mehr. Dann mag jeder ungeprüft verbreiten, was er will.  Bettina Wulff ist mutiger als andere, weil sie um ihre Ehre kämpft. Ihre Klagedrohungen gegen Zeitungen und Fernsehen sind vergleichsweise einfach. Hier kann man die Verantwortlichen schnell namhaft machen. Schwerer ist es, einen Damm im Internet einzuziehen. Aber das Netz darf kein Freiraum sein, in dem man Menschen straflos fertig machen kann. Hier dürfen die Firmen sich nicht einfach auf einen technischen Mechanismus zurückziehen.

Denn auch der ist von Menschen gemacht und mit ihm wird Geld verdient. Dann muss Google eben "händisch" eingreifen und Suchempfehlungen entfernen. Bettina Wulffs Klage gegen den Internetriesen ist Erfolg zu wünschen, weil ihr andere folgen werden, die jetzt noch hilflos schweigen.

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