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Politik Bettina Wulff: Scheunentor statt Schlüsselloch

17.09.2012
Die Kritik an Bettina Wulff wächst. Nun hat sie alle öffentlichen Auftritte nach ihrer Buch-Veröffentlichung "Jenseits des Protkolls" abgesagt. SÜDKURIER-Politikredakteurin Margit Hufnagel kommentiert.
Bettina Wulff

Bettina Wulff zieht sich zurück.  Bild: Matthias Balk/dpa

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Mit Bekenntnissen ist das ja so eine Sache. Am Anfang ist der scheinbar exklusive Blick durchs goldene Schlüsselloch einer "First Lady" noch irgendwie prickelnd. Doch wenn sich das Schlüsselloch in ein Scheunentor verwandelt, wird das Intime bald abstoßend.

Diese Lektion lernt gerade Bettina Wulff. Von Talkshow zu Talkshow, von „People-Magazin“ zu Klatschblatt tingelt die schöne Gattin von Christian Wulff, um sich selbst zur Sissi von Bellevue zu krönen, die gefangen war im schmerzhaften Korsett eines durchorganisierten Lebens. Selbst privateste Details aus ihrem Familienleben gibt sie, die Kritikerin der Medien, dafür preis.

Nicht mit dem Ex-Bundespräsidenten, dessen seelische Wunden regelrecht körperlich sichtbar sind, soll man Mitleid haben – sondern mit ihr. Nun war es sicherlich nicht einfach für Bettina Wulff, all die Schmähungen und Zurückweisungen zu ertragen. Doch ihre Auftritte sind maßlos. So wird aus Selbstverteidigung schnell Selbstinszenierung.

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