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19.02.2013  |  von  |  1 Kommentare

Lebensmittel Pferdefleisch in immer mehr Gerichten nachgewiesen

Pferdefleisch wird in immer mehr Fertiggerichten nachgewiesen. Wir haben einen Überblick über die betroffenen Produkte zusammengestellt.

 Bild: Jochen Lübke (dpa)



Pferdefleischskandal und kein Ende. Fast jeden Tag kommt bei einem anderen Fertiggericht ans Licht, das nicht deklariertes Pferdefleisch enthält. Wer frisch kocht, kann sich entspannt zurücklehnen, wer die Gefriertruhe voll hat, kann die Sachen bei der Verkaufsstelle zurückgeben und der Kaufpreis wird erstattet. Lidl und Aldi zum Beispiel haben auf ihren Internetseiten einen Ruckrüf der Produkte gestartet. "Aktuell bestehen keine Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko für die Verbraucher", versichert Aldi aber den Kunden.

In einer Bildergalerie haben wir eine Übersicht der Fertiggerichte mit Pferdefleisch zusammengestellt.

Spitzenreiter bei der Zutat Pferdefleisch ist momentan Lidl. Ein halbes Dutzend Produkte listet der Discounter auf seiner Internetseite auf. Rewe kommt derzeit auf vier Produkte, gibt auf seiner Internetseite aber an, dass zwei Gerichte nur vorsorglich zurückgerufen würden.

Im Ausland hat der Skandal inzwischen auch den Schweizer Hersteller Nestlé erreicht. In zwei Nudel-Produkten wurde Pferdefleisch nachgewiesen. Zuvor gab es schon Berichte über Hersteller aus anderen europäischen Ländern. Am Dienstagabend wurde außerdem bekannt, dass auch ein Produkt bei Kaufland betroffen ist.

Bisher mindestens 40 positive Pferdefleisch-Proben

Bei der Fahndung nach nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen in Lebensmitteln sind laut Bundesverbraucherministerium in Deutschland bisher 40 Proben positiv getestet worden, so der Zwischenstand nach 533 amtlichen DNA-Analysen in den einzelnen Ländern. Dies sagte Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch am Rande einer Sitzung des Bundestags-Verbraucherausschusses in Berlin. Bisher betroffen sind vor allem Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Viele Ergebnisse stehen noch aus. Für ein breites Bild würden nicht nur Fertiggerichte und Schlachtbetriebe, sondern auch Großküchen wie Kantinen untersucht. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt unterdessen gegen das niedersächsische Fleischunternehmen Schypke. Es bestehe der Verdacht, dass in dem Betrieb Pferdefleisch verarbeitet worden sei, sagte eine Sprecherin. Nachdem der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé nicht deklarierte Anteile von Pferdefleisch in seinen Produkten entdeckt hatte, hatte der Konzern die niedersächsische Firma Schypke als Zulieferer genannt.

Das Bundesverbraucherministerium hat die Rückruflisten der Bundesländer auf seiner Internetseite veröffentlicht. Im Pferdefleisch wurde teils das Pferdedopingmittel Phenylbutazon in Pferdefleisch entdeckt. Nach Einschätzung der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker ist dieses Mittel nicht ungefährlich. Nebenwirkungen können schwere allergische Reaktionen - Hautausschläge oder Asthma - oder Blutbildschäden sein, auch unabhängig von der Dosis. Bislang gibt es nach Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz aber keine Hinweise darauf, dass von dem in Deutschland verkauften Fleisch eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.

Mittlerweile haben auch tschechische Behörden Pferdefleisch in Fertigprodukten gefunden. In Frankreich setzen Ermittler die Durchsuchungen bei Spanghero fort. Die französischen Behörden hatten Spanghero am vergangenen Donnerstag zu einem der Hauptverantwortlichen im europäischen Pferdefleischskandal erklärt.



Ob mit Frostschutzmittel gepantscher Wein, Schlachtabfälle in der Wurst oder - ganz aktuell - Pferdefleisch in Rinderprodukten: alle Jahre wieder kommen wenig appetitliche Wahrheiten über unser Essen auf den Tisch. Eahren Sie im SÜDKURIER-Themenpaket alles über vergangene und aktuelle Lebensmittelskandale.

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1 Kommentare
Deklarationsskandal,
und was ist mit unserer heissgeliebten Maultasche man sprciht nur über Lasagne?
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