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Bogotá/Berlin (dpa) Deutsche Touristen von kolumbianischer Guerilla entführt

Die kolumbianische ELN-Guerilla hat zwei Deutsche in ihrer Gewalt. Es soll sich um zwei Touristen im Rentenalter handeln. Eine kolumbianische Spezialeinheit kümmert sich nun um den Fall.

Die Guerilla-Gruppe "Ejercito de Liberacion Nacional" (ELN) macht immer wieder durch Entführungen von sich reden. Foto: Edward Robles/ Archiv
Die Guerilla-Gruppe "Ejercito de Liberacion Nacional" (ELN) macht immer wieder durch Entführungen von sich reden. Foto: Edward Robles/ Archiv Bild: Foto: dpa

Die «Nationale Befreiungsarmee» (ELN) gab im Internet bekannt, dass sie die beiden Männer schon vor Wochen in der Umgebung von Catatumbo im ölreichen Nordosten des Landes gekidnappt habe. Die linksradikale Guerilla betrachtet die Gefangenen als Spione. Das Auswärtige Amt erklärte dagegen, es handele sich um Rentner, die als Touristen in der Region unterwegs gewesen seien.

Die «Nationale Befreiungsarmee» (Ejército de Liberación Nacional - ELN) wurde in den 1960er Jahren von marxistischen Gruppen mit Kontakten nach Kuba gegründet, um das Elend der Kleinbauern zu bekämpfen. Die zweitgrößte Guerilla-Armee Kolumbiens hatte in den 1990er Jahren bis zu 5000 Kämpfer, Ende 2012 waren es nach Informationen des Verteidigungsministeriums aber nur noch 1500.

Die ELN erklärte, ihre Gefangenen hätten ihre Anwesenheit in dem Rebellengebiet nicht rechtfertigen können, «weshalb sie vorerst als Geheimagenten betrachtet werden». Spione stünden nicht unter dem Schutz des internationalen Völkerrechts. Niemand habe die Männer bislang als vermisst gemeldet.

Der Migrationsdienst des kolumbianischen Außenministeriums teilte mit, dass die beiden mit Touristenvisen ins Land gereist seien, die am 28. Januar ausliefen. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel forderte die unverzügliche Freilassung. «Wem könnte es einfallen, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionierten? Das ist nur eine Ausrede, die niemand mit klarem Verstand akzeptiert», erklärte Santos. Die Sicherheitskräfte wüssten genau, wo diese fünf Entführten gefangen gehalten werden. «Wir bieten ihnen an, das Rote Kreuz (zur Übergabe) hinzuschicken, da wir nicht das Leben der Entführten mit einer Militäraktion aufs Spiel setzen wollen», erklärte der Staatschef.

Die kolumbianische Regierung beauftragte den Chef der Polizei-Spezialeinheit zur Entführungsbekämpfung, General Humberto Guatibonza, mit der Untersuchung des Falles. Die ELN hatte am 18. Januar einen Kanadier, zwei Peruaner und zwei Kolumbianer entführt, die für ein Bergbauunternehmen im nordkolumbianischen Departement Bolívar arbeiteten. Die Rebellen erklärten, sie handelten «in Verteidigung der Ressourcen» Kolumbiens.

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