Viele Griechen fühlen sich von Berlin und Paris gemobbt, ein Generalstreik lähmt das Land, in Athen werden deutsche Flaggen verbrannt. Wer den Bankrottstaaten unter die Arme greift, macht sich keinesfalls beliebt, weil jede Hilfe an harte Sparauflagen gekoppelt sein muss.
Trotzdem: Will Griechenland den Euro wirklich behalten, kommt es an unpopulären Entscheidungen nicht vorbei. Die nächste Rate aus Europas Geldtöpfen fließt nur dann, wenn die Milliarden nicht länger in einem Fass ohne Boden landen. Die Regierung in Athen hat sich dazu immer noch nicht durchgerungen. Offenbar sind die Bedingungen der Geldgeber im Volk nicht zu vermitteln: Laut Umfragen sind 72 Prozent der Griechen gegen das neue Sparpaket. Die Konsequenz hieße freilich, dass Griechenland aus eigenem Entschluss zur Drachme zurückkehrt. Die Folgen für die Bürger wären in diesem Fall nicht weniger dramatisch.
