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Politik Horror in Syrien findet kein Ende

13.02.2012


– Eigentlich sollte die Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien ausgeweitet werden. Stattdessen hat der Leiter des Teams, der sudanesische General Mohammed al-Dabi, seinen Rücktritt eingereicht.

Jetzt strebt die Liga eine gemeinsame Friedensmission mit den Vereinten Nationen an. Zudem sollen die diplomatischen Beziehungen zum Regime von Baschar al-Assad abgebrochen und Reiseverbote und Kontosperrungen konsequent durchgesetzt werden.

In vielen Regionen Syriens weiten sich die Kämpfe der Streitkräfte mit Deserteuren aus. Nach türkischen Medienberichten sollen bereits 40 000 syrische Soldaten fahnenflüchtig sein. Das Terrornetzwerk Al-Kaida rief in einer Videobotschaft den syrischen Widerstand zum Durchhalten auf. Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri ermahnte die Syrer, sich nicht auf die Arabische Liga, die Türkei oder den Westen zu verlassen. Sie sollten den Kampf gegen das Regime von Baschar al-Assad fortsetzen und einen islamischen Staat aufbauen. Er drängte Militante im Irak und Libanon, in Jordanien und in der Türkei, sich zu erheben und „euren Brüdern in Syrien“ beizustehen.

Die professionell geplante Explosion, die vergangenen Freitag vor dem zentralen Gebäude der Sicherheitskräfte in der bisher weitgehend von Gewalt verschonten Stadt Aleppo 28 Menschen in den Tod gerissen hatte, trägt nach Meinung von Experten und US-Geheimdienstberichten die Handschrift des Terrornetzwerkes Al-Kaida, ebenso wie zwei ähnliche Explosionen in Damaskus im Dezember.

Wenige Stunden vor dem Treffen der Arabischen Liga nahmen Regierungstruppen erneut mehrere syrische Oppositionshochburgen unter Beschuss. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten allein am Sonntagvormittag landesweit getötet, die meisten von ihnen in der seit einer Woche unter Beschuss stehenden Stadt Homs. Am Samstag wurden landesweit knapp 50 Tote vermeldet, die meisten ebenfalls in Homs. Die syrischen Truppen stoßen dabei offenbar immer mehr auf bewaffneten Widerstand. Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar. Nach Schätzungen der UN sind in dem fast einjährigen Aufstand in Syrien inzwischen fast 6000 Menschen ums Leben gekommen.

Islamisten sickern aus dem Irak ein Zugleich mehren sich Berichte über militante Islamisten, die in immer größeren Zahl aus dem Irak nach Syrien vorstießen. Waffen und Sprengstoff aus radikal-sunnitischen Terrorkreisen des Iraks werden zunehmend ins Land geschmuggelt. Die Al-Kaida hatte im Irak jahrelang einen blutigen Terror im Land verbreitet. Syrien erscheint ihr nun als attraktiveres Aktionsfeld für ihre Ziele als der einigermaßen stabilisierte Irak.

Der Todeskampf des Regimes von Präsident Assad nimmt zunehmend konfessionellen Charakter an. Für Islamisten wie die Al-Kaida gelten die Alewiten als Häretiker. In der umkämpften Stadt Homs kommt es immer häufiger zu wahllosen Morden an alewitischen oder auch christlichen Familien. Diktator Assad befürchtet, dass die Opposition hier nach dem Vorbild des libyschen Bengasi eine befreite Zone errichten könnte, von der aus sie den Herrscher in Damaskus zu Fall bringen könnte.

Assad ist Alavit
und unter seinem Regime konnten bisher die schiitisch orientierten Alaviten und die Christen leben.
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