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Politik Die Schotten haben genug von England

18.02.2012
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Die Schotten im Norden Großbritanniens wollen die Unabhängigkeit. Der britische Premier David Cameron möchte die Separatisten aber gern im Vereinigten Königreich halten.

– David Cameron kämpft „mit Kopf, Leib und Seele“ für die Union des Vereinigten Königreichs. Der britische Premierminister beschwor in einer emotional gefärbten Rede in Edinburgh seine schottischen Landsleute, von ihren Unabhängigkeitsplänen zu lassen. „Ich werde mit vollem Einsatz dafür kämpfen“, rief er, „unser Vereintes Königreich zusammenzuhalten.“ Schottland sei innerhalb des Vereinigten Königreichs „stärker, sicherer, reicher und gerechter“. Ende Januar hatte der schottische Ministerpräsident Alex Salmond seine Pläne für ein Unabhängigkeitsreferendum vorgestellt. In den nächsten Monaten soll die Bevölkerung zu verschiedenen Punkten angehört, bis Anfang 2013 ein Gesetzesantrag über die Volksabstimmung ausgearbeitet werden. Das Referendum könnte dann im Herbst 2014 stattfinden. Es handele sich, betonte Salmond im Regionalparlament von Edinburgh, „um die wichtigste Entscheidung für Schottland seit 300 Jahren“. Im Jahre 1707 wurde die Union zwischen dem schottischen und dem englischen Königreich geschlossen. Salmond als Anführer der linksliberalen „Scottish National Party“ (SNP) denkt, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Zweckehe wieder aufzuheben. London will dagegen, dass ein Referendum „eher früher als später“ stattfindet, um Unsicherheiten über die wirtschaftliche Zukunft beider Länder auszuräumen. Salmond dagegen weiß, dass es bis dato noch keine Mehrheit für die Unabhängigkeit gibt. Nur bis zu 40 Prozent der Schotten sind dafür.

Daher will er sich Zeit geben. Im Jahre 2014, spekuliert er, könnte ihn eine Woge des Nationalismus über die Zielgerade tragen, denn dann jährt sich die „Schlacht von Bannockburn“, in der vor 700 Jahren die Schotten ihre Unabhängigkeit gegenüber dem englischen König Edward II. verteidigten.

David Cameron wiederum möchte, dass das Referendum nur über den Verbleib oder den Ausstieg der Schotten aus dem Nationenverband entscheiden soll. Salmond dagegen möchte sich eine dritte Option vorbehalten: Das Referendum soll auch die Frage enthalten können, ob die Schotten, wenn sie im Vereinigten Königreichs bleiben, zusätzliche Vollmachten in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft bekommen sollen. Dafür sprechen sich schon heute rund 70 Prozent der Schotten aus.

Alex Salmond hatte in einer Rede seine Pläne für eine „Re-Industrialisierung Schottlands“ vorgestellt, mit der Zehntausende von Arbeitsplätzen geschaffen werden könnten. „Wir haben beispiellose Energieressourcen. 25 Prozent des europäischen Potenzials an Gezeitenenergie, 25 Prozent an Offshore-Windenergie und 10 Prozent des europäischen Potenzials für Wellenkraftwerke – nicht schlecht für ein Land, das weniger als ein Prozent der europäischen Bevölkerung ausmacht.“

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