Paris Wahlsplitter: Interessante Details zur Frankreich-Wahl

Die Wahl zur Nationalversammlung hat die politische Landschaft Frankreichs ungewohnt stark verändert

Die Wahl zur Nationalversammlung hat die politische Landschaft Frankreichs ungewohnt stark verändert:

- Wahlverdruss: Von den 47,3 Millionen Wahlberechtigten haben nur 38,43 Prozent tatsächlich ein Kreuz bei einem Kandidaten gemacht. Denn nur 42,6 Prozent der Wahlbürger ging überhaupt ins Wahllokal. Und von ihnen warf rund jeder Zehnte einen leeren oder ungültigen Stimmzettel in die Urne.

- Neulinge: Von den 577 neuen Abgeordneten gehörten nur 142 bereits zuvor der Nationalversammlung an.

- Parteienvielfalt: Im neuen Parlament gibt es nach Zählung des Innenministeriums 16 Parteien, politische Strömungen und Gruppen.

- Millimeterentscheidung: Etwa ein Dutzend Kandidaten setzte sich nur mit einem hauchdünnen Vorsprung durch. Dem Republikaner Jean-Pierre Door reichten im Loiret am Ende acht Stimmen. Sein Parteifreund Frédérique Meunier konnte sich im Corrèze immerhin auf 25 Stimmen Vorsprung stützen.

- Tradition: Die Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) behauptet 10 Mandate in der Nationalversammlung – zwei mehr als die Rechtspartei Nationale Front.

- Traditionsende: Louis Giscard d'Estaing, Sohn des früheren liberalen Präsidenten Valery Giscard d'Estaing, unterliegt im Giscard-Land Puy-de-Dôme als Kandidat der liberal-bürgerlichen Oppositionspartei UDI der Kandidatin der liberal-bürgerlichen Regierungspartei MoDem, Laurence Vichnievsky.

- Wortführer: Die wortgewaltigsten neuen Abgeordneten dürften aus der unversöhnlichen Opposition kommen: Marine Le Pen zieht erstmals für die Nationale Front in die Nationalversammlung ein, Jean-Luc Mélenchon erstmals für die Linkspartei La France Insoumise.

- MoDem: Macrons liberaler Koalitionspartner ist mit 42 Mandaten deutlich stärker im Parlament vertreten als die bisher alles dominierende Sozialistische Partei mit 29 Sitzen.

- Frauen: Von den 577 Abgeordneten sind nach einer Zählung der „Monde“ 223 Frauen. Das sind 38,7 Prozent, so viel wie noch nie.

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