In den CDU-Landesverbänden regt sich Kritik am Krisenmanagement von Bundespräsident Christian Wulff. Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen forderte die Anwälte Wulffs auf, die Antworten auf Fragen zur Kredit- und Medienaffäre trotz rechtlicher Bedenken zu veröffentlichen. Zwar sei „weiterhin ein starker Rückhalt für Herrn Wulff zu spüren“, sagte Fraktionschef Björn Thümler. Der Landeschef der Jungen Union in Baden-Württemberg, Nikolas Löbel, sagte: „Es ist schon spürbar, dass in der Partei Skepsis herrscht, ob er (Wulff) in den nächsten Jahren seiner Aufgabe gewachsen ist.“ Es dürften auf keinen Fall neue Vorwürfe in der Kredit- und Medienaffäre auftauchen. „Zudem muss er in der nächsten Zeit noch mehr überzeugen als bisher“, verlangte Löbel.
Auch in der nordrhein-westfälischen CDU wurden Forderungen laut, Wulff solle alle Details zu seiner Kredit- und Medienaffäre offenlegen. „Wer der Öffentlichkeit sagt, wir brauchen Transparenz, muss sie am nächsten Tag auch so herstellen, wie er das versprochen hat“, sagte der Fraktionsgeschäftsführer im Düsseldorfer Landtag Armin Laschet.
Beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue konnte sich Christian Wulff unterdessen über rege Aufmerksamkeit aber auch Zuspruch freuen. Angela Merkel und einige Regierungsmitglieder wünschten dem angeschlagenen Bundespräsidenten und seiner Frau Bettina teils demonstrativ viel Glück im neuen Jahr.
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