Tausende junge Menschen gingen vor zwei Wochen in den „Bildungsstreik“. Obwohl die wenigsten dafür Zeit hatten. Denn seit sich die deutsche Hochschullandschaft im Bologna-Prozess befindet, ist Stress angesagt.
Die Umstellung der Studiengänge von Diplom und Magister auf Bachelor und Master ist in vollem Gange. Oder besser: Sie ist es bisweilen eben nicht. Deshalb die Proteste.
Dass die Sitzstreiks, Hörsaalbesetzungen und Demos keine wohlfeile Klage oder gar Lust auf Randale waren, zeigte sich daran, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kurz darauf einen runden Tisch einberief. Man habe „über Korrekturen beraten“, hieß es hernach. Sie sind dringend nötig.
Vor zehn Jahren verabredeten 29 europäische Staaten, die Studienabschlüsse vergleichbarer zu gestalten.
2005 ging es in Baden-Württemberg los mit der Umstellung der Abschlüsse. Im Landeshochschulgesetz steht nur, dass umgestellt werden muss und zehn Semester reichen. „Systematische und zügige Studiengänge mit klarer Berufsorientierung“ sollten entstehen. Sie müssen von einer „Akkreditierungsagentur“ auf europäische Vereinbarkeit geprüft und anerkannt werden.
„Wir bewegen uns auf dem Niveau des Trial and Error“, stöhnt Ralph-Walter Müller, der Bologna-Beauftragte der Universität Stuttgart – Versuch und Irrtum. Mal weigerten sich die Diplomchemiker, mal zögerte die ganze Universität. Viele sahen ihre internationale Reputation davonschwimmen, wenn ihr Renommier-Fach im Schnelldurchgang studiert werden kann.
Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) machte 2006 auf Optimismus: Die Umstellung laufe „reibungslos und so schnell wie möglich“. Sie bringe einen „erheblichen Zuwachs an Bildungs- und Berufschancen“. Bis heute bringt sie eher Verdruss und Frust.
mann kann nur Bachelor (6 o.