Paris Niedrige Beteiligung bei Parlamentswahl in Frankreich

Umfragen sagen Präsident Macron die absolute Parlamentsmehrheit voraus. Die letzten Wahllokale schließen um 20.00 Uhr, unmittelbar im Anschluss gibt es erste Hochrechnungen.

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat sich eine niedrige Wahlbeteiligung abgezeichnet. Gegen Sonntagmittag hatten erst 17,75 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie aus offiziellen Statistiken hervorging. Vor fünf Jahren lag der Vergleichswert bei 21,41 Prozent. Auch im Vergleich zur ersten Runde vor einer Woche sank die Beteiligung: Am vergangenen Sonntag waren es um die Uhrzeit 19,24 Prozent gewesen.

Der sozialliberale Präsident Emmanuel Macron gab seine Stimme am Morgen im Rathaus von Le Touquet ab. In dem nordfranzösischen Badeort hat die Familie ein Ferienhaus. Macron steuert bei der Parlamentswahl auf einen Triumph zu: Letzten Umfragen zufolge dürfte seine Partei La République en Marche zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem mehr als 400 der 577 Abgeordnetenmandate gewinnen. Das liegt weit über den für eine absolute Mehrheit notwendigen 289 Sitzen. Den anderen Parteien – insbesondere den Sozialisten von Ex-Staatschef François Hollande – drohen dagegen teils schwere Wahlschlappen.

Frankreich wählt sein Parlament: Die Wahlbeteiligung ist allerdings relativ niedrig.
Frankreich wählt sein Parlament: Die Wahlbeteiligung ist allerdings relativ niedrig. | Bild: AFP

Wahlforscher sagen den Sozialisten und verbündeten linken Parteien nur zwischen 20 und 35 Sitze voraus. Das konservative Lager könnte zwischen 60 und 90 Mandate gewinnen. Linkspartei und Kommunisten kämen demnach auf zwischen fünf und 25 Sitze, die rechtspopulistische Front National auf bis zu sechs Sitze. Bereits im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag war Macrons Bündnis mit 32,3 Prozent klar vorne gelandet. Wegen des Mehrheitswahlrechts mit zwei Runden kann der Präsident nun mit einer klaren absoluten Mehrheit rechnen. Im zweiten Wahlgang treten in einem Wahlkreis die beiden Bestplatzierten der ersten Runde gegeneinander an. Anders als im ersten Wahlgang reicht jetzt eine relative Mehrheit für einen Sieg. Zur Wahl aufgerufen sind mehr als 47 Millionen Franzosen.

Die letzten Wahllokale schließen um 20.00 Uhr, unmittelbar im Anschluss gibt es erste Hochrechnungen. Wahlforscher rechnen mit einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 46 oder 47 Prozent. Wegen der Anschlagsgefahr findet die Wahl unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit einer absoluten Mehrheit hätte Macron freie Fahrt für seinen Reformkurs. Der vor einem Monat gewählte Staatschef plant unter anderem im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit eine Arbeitsmarktreform. jpf/jep

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