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Berlin Hackerangriff: Es hätte schlimmer kommen können

Der großangelegte Hackerangriff auf Telekom-Router endet glimpflich. Die Politik fordert schärfere Sicherheitsstandards für Unternehmen.

Seit dem Wochenende haben Telekom-Kunden Probleme. Durch einen Hackerangriff waren zahlreiche Internet-, Festnetz- und Fernseh-Abnehmer offline. Unternehmensangaben zufolge sind rund 900 000 Router betroffen. Auch in der Region wurden Tausende Geräte außer Gefecht gesetzt. Gestern war die Störung laut Telekom bei den meisten Kunden behoben. „Bis auch der allerletzte Router aktualisiert ist, wird es sicher noch ein paar Tage dauern“, sagte ein Sprecher.

Verantwortlich für den Hackerangriff war vermutlich ein bekanntes Botnetz. Sowohl das Unternehmen als auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nannten das sogenannte Mirai-Netz, bei dem zahlreiche internetfähige Alltagsgeräte zusammengeschaltet und für Angriffe missbraucht werden. Dazu hätten die Angreifer versucht, Schadsoftware aufzuspielen – was erfolglos geblieben sei, die Router aber zum Absturz gebracht habe. BSI-Chef Arne Schönbohm bestätigte laut Medienberichten die Einschätzung der Telekom, dass der Angriff auf die Router nicht so funktionierte wie geplant. „Dieses Mal haben wir noch Glück gehabt“, sagte er.

Zugleich mahnte Schönbohm schärfere Sicherheitsstandards an. Unter anderem sollten für Geräte wie DSL-Router verstärkt Sicherheits-Gütesiegel eingesetzt werden. Denkbar sei auch, die Hersteller zu Sicherheitsupdates zu verpflichten, die automatisch aufgespielt werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte ebenfalls, die Sicherheitsvorkehrungen müssten verschärft werden. Es seien auf europäischer Ebene, notfalls aber zunächst auch nur in Deutschland Sicherheitsvorgaben für den Betrieb von Routern nötig. Der Angriff auf die Telekom zeige, wie wichtig Cybersicherheit sei.

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