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Politik 462 601 Euro für Tannheim

Die Zahl ist sechsstellig und beginnt mit einer vier. „Es ist gigantisch, eine Sensation!“ Roland Wehrle, Geschäftsführer der Nachsorgeklinik Tannheim, ringt nach Worten, um seine Freude über den Abschluss der aktuellen Spendenkampagne unserer Zeitung auszudrücken.

Exakt 462 601, 40 Euro wurden bis zum gestrigen Freitag auf das Sonderkonto überwiesen. Das ist Rekord, ebenso die Resonanz unserer Leserinnen und Leser: Die stattliche Summe setzt sich aus 5497 Einzelspenden zusammen – so viele wie noch nie. „Wir sind überwältigt“, spricht Wehrle für das 180-köpfige Team und die Patientenfamilien.

Die im Vorfeld von niemandem offen ausgesprochene Hoffnung orientierte sich am Vorjahresergebnis. Die Latte lag mit 388 000 Euro schon enorm hoch. „Ich hielt die Grenze für nicht überschreitbar“, bekennt Roland Wehrle. Dass sie um fast 75 000 Euro überflügelt werden würde, übertreffe die kühnsten Erwartungen. In seinen „tief empfundenen Dank“ bezieht der Geschäftsführer nicht nur die treue SÜDKURIER-Leserschaft ein, sondern auch die Redaktion und die Familien, die mit der Preisgabe ihrer persönlichen Lebensgeschichten maßgeblich zur öffentlichen Sensibilisierung beitrugen. „All das ist nicht selbstverständlich“, sagt er.

Zwei Euro war die kleinste, 20 000 Euro die größte Einzelspende. Ein Konstanzer Ehepaar hat den gewaltigen Betrag überwiesen, mehr weiß Thomas Müller, kaufmännischer Leiter in Tannheim, der die Eingänge der Gelder sorgsam dokumentierte, nicht. Manche Überweisung wurde freundlich kommentiert: „Weiter so!“ oder „Vielen Dank für die wertvolle Arbeit!“ Unter der Spendergemeinschaft sind etliche betroffene Familien, weiß Müller auch vom Wiedererkennen der Namen. „Sie fühlen sich mitverantwortlich und wollen nicht nur nehmen, sondern auch geben.“ Unter den Absendern waren wieder viele Kindergärten, Schulen, einzelne Klassen, Vereine, die Weihnachtsgelder gesammelt, Basteleien für Tannheim verkauft oder sich anderweitig kreativ engagiert hatten. Viele Betriebe starteten Aktionen im Dienst der guten Sache und spendierten Weihnachtsgelder, mancherorts sammelten die Belegschaften und die Geschäftsführungen verdoppelten den Betrag. Wo auch immer Roland Wehrle vom Wachsen der Spendensumme berichtete – etwa bei der Neujahrsbegrüßung – erzeugte er ungläubiges Staunen und jubelnde Dankbarkeit. Das gelte besonders für die Belegschaft, der die breite Solidarität einen bestätigenden Motivationsschub gibt. „Dieses Haus wird von vielen Menschen getragen, das ist ein gutes Gefühl.“

Wer Tannheim kennt, muss von Notwendigkeit und Segen der Unterstützung nicht überzeugt werden. Die Patienten hier sind die denkbar kränksten, die Familien die am meisten belasteten, sie brauchen ein Optimum an medizinisch-therapeutischer Kompetenz und apparativer Versorgung, ein Klima menschlicher Wärme und atmosphärisches Wohlgefühl. Dank der großartigen Gemeinschaftsspende kann jetzt der zweite Teil der Apartments renoviert und neu konfiguriert werden. Die Klinik kann sich jetzt das Gerät zur virtuellen Gangschulung zur Komplettierung des neuen physiotherapeutischen Equipments leisten, das kürzlich von Leser-Spenden angeschafft worden war. Außerdem sollen nach 15 Jahren jetzt die medizinisch-therapeutischen Räume saniert werden. Es gibt immer viel zu tun in Tannheim – und das SÜDKURIER-Medienhaus wird die Entwicklungen auch in Zukunft begleiten.

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