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06.10.2012  |  0 Kommentare

Fallschirmsprung aus der Stratosphäre

Ein Sportler will einen Absprung aus 36 Kilometern Höhe versuchen. Es ist ein Vorhaben, bei dem es um Leben oder Tod geht

So soll er aussehen: Der Rekordsprung aus 36 Kilometern Höhe.  Bild: dpa

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Er stürzte sich als Basejumper von der Christus-Statue in Rio de Janeiro, flog mit einem selbst entwickelten Flügel über den Ärmelkanal. Felix Baumgartner (43) hat sich auch schon von einem der höchsten Gebäude der Welt 508 Meter in die Tiefe fallen lassen. Mit seinem aktuellen Projekt will der Extremsportler buchstäblich eine neue Sphäre erreichen. Der Österreicher will am Montag in den USA aus 36 Kilometern Höhe im freien Fall die Schallmauer durchbrechen.

Die Planung für den Sprung aus der Stratosphäre in der Nähe von Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko läuft bereits seit fünf Jahren. Akribisch planten Wissenschaftler jeden Schritt. Der Aufstieg in die Stratosphäre erfolgt mit einem Heliumballon, der zehnmal dünner ist als eine herkömmliche Plastiktüte. Baumgartner befindet sich dabei in einer 1315 Kilogramm schweren Kapsel, die zusätzlich noch durch einen Käfig geschützt ist.

Die Kapsel soll Baumgartner vor den unwirtlichen Bedingungen in der Stratosphäre, der extremen Kälte und dem niedrigen Sauerstoffgehalt, schützen. Vor dem Fall wird er nur mit seinem speziellen Druckanzug und einem Helm ausgerüstet aus der Kapsel steigen. Eine kleine Plattform auf der Kapsel dient ihm als Sprungbrett in die Tiefe. Nach dem Übergang zur Überschallgeschwindigkeit soll er selbst einen Fallschirm lösen, um auf der Erde zu landen. Ein integriertes Alarmsystem löst den Schirm nur im Notfall. Weitere Sicherheitsvorkehrungen gibt es nicht. „Ich will nicht live tödlich verunglücken“, sagte der 43-Jährige. Die Mission, die von Fernsehsendern und Internetportalen live übertragen wird, soll nicht als Projekt eines Adrenalinjunkies gesehen werden, betonte Baumgartner.

Er wird nach den Berechnungen eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 1110 Kilometern pro Stunde erreichen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die für die weitere Entwicklung der Raumfahrt wichtig seien, sollen erforscht werden. „Eines Tages wird es vielleicht sogar möglich sein, auf diese Art und Weise Astronauten von nicht mehr funktionsfähigen Raumfähren sicher nach Hause zu bringen“, so Baumgartner.

Die Meinung vertritt Österreichs erster Mann im All, Franz Viehböck, nicht. „Mit Wissenschaft würde ich das nicht in Verbindung bringen“, sagte der ehemalige Astronaut. Das verdiene zwar seinen Respekt, sei aber eher eine „One-Man-Show“. Auch bei den Vorbereitungen auf den etwa fünfeinhalb Minuten langen freien Fall ging nicht immer alles glatt. Es gab einen Rechtsstreit in den USA, der das Projekt fast ein Jahr stoppte. Neben der Beschädigung der Kapsel bei einem Testsprung im August macht auch das Wetter dem spektakulären Vorhaben immer wieder Probleme.

Ob Baumgartner am Montag tatsächlich starten kann, ist noch nicht klar. Es wäre jedenfalls die letzte Möglichkeit in diesem Jahr, da sich danach das Zeitfenster wegen der Wetterbedingungen wieder schließt.

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