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12.07.2012  |  von  |  0 Kommentare

Leute Kinderstar mit Zukunft

Die "Harry Potter"-Filme machten Emma Watson berühmt. Ihr Studium ist der britischen Schauspielerin derzeit jedoch wichtiger als die Karriere.

Die Locken sind verschwunden und die Kurzhaarfrisur ist längst rausgewachsen: Emma Watson ist erwachsen geworden.  Bild: AFP, dpa



Als sich Regisseur Chris Columbus 2000 an die Verfilmung des Bestsellers „Harry Potter“ wagte, bereitete ihm die Besetzung der weiblichen Hauptrolle besonderes Kopfzerbrechen. Die Zauberschülerin Hermine Granger stellte eine große Herausforderung für die jungen Bewerberinnen dar: Hermine ist in den Romanen eine Streberin mit großem Herz und wird im ersten Buch als Mädchen mit Hasenzähnen und Lockenmatte beschrieben, das aber Potenzial für ein „Schöner-Schwan-Märchen“ besitzt. 4000 britische Mädchen nahm Columbus in die engere Auswahl, und schlussendlich fiel seine Wahl auf die damals elfjährige Emma Watson.

Sie überzeugte mit Charme und Lockenfrisur und stellte gleich im ersten Film ihr Talent unter Beweis, als sie den Großteil der anderen Kinderdarsteller an die Wand spielte. Heute, mehr als zehn Jahre und sieben „Harry Potter“-Filme später, zeichnet sich endgültig ab, was für ein Glücksgriff ihr Engagement war: Emma Watson ist nicht nur zum schönen Schwan gereift, sie ist eine Stil-Ikone, Sympathieträgerin und Trendsetterin, modelt, synchronisiert und schauspielert nebenbei – die Priorität der 22-Jährigen liegt überraschenderweise auf ihrem Literatur-Studium.

Emma Charlotte Duerre Watson wurde 1990 in Paris als Tochter eines Anwaltspaares geboren. In der französischen Hauptstadt verbrachte sie fünf Jahre, ehe sich ihre Eltern trennten und sie mit ihrer Mutter nach Oxford zog. Hier machte Watson in verschiedenen Theatergruppen erste schauspielerische Erfahrungen und spielte in vielen Schulstücken die Hauptrolle. Kein Wunder, dass es ihr Theaterlehrer war, der sie – überzeugt vom Talent seines Schützlings – zum „Harry Potter“-Casting anmeldete. Der Rest ist Geschichte.

In den „Harry Potter“-Filmen spielte sich Watson mehr und mehr in der Vordergrund und wurde für ihre Leistungen mit Preisen wie dem Teen Choice Award ausgezeichnet. Darüber hinaus machte sie ihr Engagement als Hermine Granger zu einem der bestverdienenden Nachwuchs-Stars.

Trotzdem war der letzte „Harry Potter“-Drehtag für Emma Watson eine Befreiung. Nach Drehschluss opferte sie ihre langen Haare einer modischen Kurzhaarfrisur: „Das war fantastisch und befreiend. Ich habe diese Rolle, die ich so lange gespielt habe, endlich abgelegt.“ Watson startete ihre zweite Karriere, die nur sporadisch mit dem Film verknüpft ist. Zwar spielte der Nachwuchs-Star eine Nebenrolle im Drama „My Week With Marilyn“, darüber hinaus widmete sich Watson aber vor allem anderen Interessen. Zum Beispiel der Mode: Die 22-Jährige modelte für das britische Mode-Label Burberry, wurde zur Markenbotschafterin von Lancôme und entwarf eine Kollektion für das Öko-Label People Tree.

Parallel zu all diesen Aktivitäten legte Watson – und hier ist die Parallele zur Rolle ihres Lebens offensichtlich – aber stets einen immensen Wert auf ihre schulischen Leistungen und akademischen Interessen. Nachdem sie trotz Filmstress die Schule mit ausgezeichneten Leistungen abgeschlossen hatte, begann sie ein Studium an der renommierten Brown University in den USA, ehe sie nach Oxford wechselte.

Mit ihrem Engagement und ihrer Motivation unterscheidet sich Watson von anderen Kinderstars, die ihr Leben lang früheren Erfolgen nachjagen und nicht selten daran zerbrechen. Watson dagegen versteht ihre frühe Karriere und das damit verdiente Geld als Geschenk, das ihr die Möglichkeiten eröffnet, das zu tun, worauf sie Lust hat. Und den Druck, das Hermine-Granger-Image abstreifen zu müssen? Den spürt Watson laut eigener Aussage gar nicht: „Selbst wenn ich ein Leben lang als Hermine Granger im Gedächtnis bleiben würde – und in keiner anderen Rolle –, ich wäre nicht böse, kein Stück. Das ist eine großartige Figur! Ich war Hermine Granger. Ich mache mir keine Sorgen mehr, was aus Emma Watson wird.“

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