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10.08.2012  |  von Sandra Pfanner  |  0 Kommentare

Leute DJ Bombilla: Die Kunst von Strom und Ton

Der Konstanzer Andreas Hummelsberger ist „Bombilla“. Als DJ legt er bundesweit in Elektro-Clubs auf.

Andreas Hummelsberger tourt als „Bombilla“ durch die Clubs und Diskotheken der Republik. Sein DJ-Name bedeutet „Glühbirne“ auf Spanisch. Am Wochenende mischt er sich unter das Party-Volk der Züricher Streetparade.  Bild: Privat

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Wenn dieses Wochenende in Konstanz das Seenachtfest gefeiert wird, tanzen im 72 Kilometer entfernten Zürich eine Million Menschen auf der größten Techno-Party der Welt. Seit Kraftwerk, die „Beatles der elektronischen Tanzmusik“, in den 1980er Jahren Pionierarbeit leisteten, dröhnen die Bässe nicht nur in den kleinen Untergrund-Clubs in Berlin, sondern auch auf den großen Bühnen der Streetparade in Zürich. Zwischen Ravern aus aller Welt, die am morgigen Samstag, 11. August, zu harten Bass-Tönen und psychedelischen Klängen durch die Züricher Innenstadt tanzen, findet man auch Andreas Hummelsberger. Vor acht Jahren hat der Reichenauer angefangen, als DJ elektronische Musik aufzulegen. Damals noch auf privaten Partys, bei Freunden im Zimmer. Bis das Licht ausging. Auf einer Verpackung stand das spanische Wort für Glühbirne, „bombilla“, und seither legt der 25-Jährige erfolgreich als „Bombilla“ in den Elektro-Clubs in Deutschland und der Schweiz auf.

Wenn Andreas Hummelsberger über elektronische Musik spricht, spricht er von einer Kunst, sagt er. Die Kunst, aus Strom einen Ton zu erzeugen. Energien zu vervielfältigen, sie frei zu setzen. Extase. Psychedelische Phasen. Nachdenkliche Momente. Dieselbe Sprache zu sprechen. Dass das nichts mit einem einfachen Potpourri aus einer vorgefertigten DJ-Software und ein wenig halluzinogenen Drogen für das Publikum zu tun hat, ist für Andreas Hummelsberger entscheidend. „Als DJ braucht man vor allem das Gefühl für Timing, Musikkenntnis und einen eigenen Stil. Ich sehe in der elektronischen Musik das reine Dasein als DJ kritisch. Als Produzent entwickelt man ein besseres Gehör.“

2011 gründet Bombilla das Label Double Dot Music und experimentiert immer wieder mit neuen Formen der elektronischen Musik. Da verwundert es auch nicht, dass er unter „Inspirierenden Personen“ Künstler wie Helge Schneider verzeichnet. Oder dass bayerischer Reggae des Landshuter Rebellen Hans Söllner durch sein Studio hallt, gefolgt vom melodiösen Rocksound der englischen Band „The Cure“. „In jedem Genre gibt es gute Sachen, aus denen ich meine Inspiration ziehen kann“, sagt er und drückt auf den Play-Knopf. Es ertönt Hip Hop des Konstanzer Künstler Sir Jay. Die Konstanzer Musikszene hat Potential, sagt er, wenn die Veranstalter verstärkt zusammen arbeiten würden.

Vor zwei Tagen hat „Bombilla“ im M-Bia-Club in Berlin aufgelegt, unter der S-Bahn-Station am Alexanderplatz. „Ähnlich wie in Berlin, Köln oder Stuttgart könnte auch Konstanz eine ganz eigene, charakteristische Musikszene haben.“ Bis dahin wird Andreas Hummelsberger weiter Extase und psychedelische Momente vermitteln, in Zürich, St. Gallen, Heilbronn und Hamburg.


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