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Köln/Berlin Studie: Kein Grund zur Entwarnung

11.02.2012
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln untersucht regelmäßig, wie und warum Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland Alkohol, Tabak und illegale Rauschmittel konsumieren. Auch ihre Motive spielen dabei eine Rolle.
Welche Ergebnisse sind besonders ermutigend?
Der Tabak-Konsum ging in beiden untersuchten Altersgruppen deutlich zurück. „Rauchen ist bei Jugendlichen out“, sagen die Experten. Laut der Studie lag die Raucherquote unter den Zwölf- bis 17-Jährigen im Vorjahr nur noch bei knapp zwölf Prozent. 2001 waren es noch 27,5 Prozent gewesen. Auch viele 18- bis 25-Jährige sind der Kippe offenbar überdrüssig. Hier sank der Anteil der Raucher binnen zehn Jahren von 44,5 auf 36,8 Prozent.

Und wie steht es um die Trinkgewohnheiten junger Leute?
Der regelmäßige, mindestens wöchentliche Alkoholkonsum ist bei den Zwölf- bis 17-Jährigen von knapp 18 Prozent im Jahr 2001 auf 14,2 Prozent gesunken. Bei den jungen Erwachsenen stagniert die Entwicklung. Rund 40 Prozent trinken regelmäßig Bier oder Höherprozentiges.

Ist das Rauschtrinken ein Problem?
Auch hier ist der Trend rückläufig. Das sogenannte Rauschtrinken, also der Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken an einem Abend, wird von 3,7 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen praktiziert. 2004 waren es noch fast doppelt so viele. Bei jungen Erwachsenen ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans sieht trotzdem keinen Grund zur Entwarnung. Schaut man auf die kurzfristige Entwicklung, dann hat sich der regelmäßige Alkoholkonsum unter allen jungen Leuten zwischen zwölf und 25 nämlich wieder leicht erhöht. Eine plausible Erklärung dafür gibt es nicht.

Wie bewertet die Politik das Trinkverhalten Jugendlicher?
Laut Dyckmans' Einschätzung zeigen die Präventionsmaßnahmen gerade bei den Jüngeren eine erfreuliche Wirkung. Gemeint ist in erster Linie die bundesweite Aufklärungskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit!“. Nachholbedarf bei der Aufklärung sieht Dyckmans für die Altersgruppe der jungen Erwachsenen. Schwerpunkt bei der Prävention sollen aber die Minderjährigen bleiben, denn wer in jungen Jahren weder raucht noch trinkt, ist Wissenschaftlern zufolge auch in Zukunft dafür weniger anfällig.

Sind Einschränkungen beim Alkoholverkauf geplant?
Nein. Ein nächtliches Verkaufsverbot an Tankstellen gibt es bislang nur in Baden-Württemberg. Hier müsse man erst einmal die Wirkung abwarten, meint FDP-Politikerin Dyckmans. Falls sich der Verkauf von Alkohol auf andere Tageszeiten verlagere, wäre die Maßnahme in Baden-Württemberg aber „sinnlos“, sagt sie.

Wie stark ist der Cannabis-Konsum verbreitet?
2011 gaben lediglich sieben Prozent der befragten Zwölf- bis 17-Jährigen an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Das ist mehr als eine Halbierung des Spitzenwertes aus dem Jahr 2004 – damals waren es 15,1 Prozent. Unter den jungen Erwachsenen ist das Kiffen deutlich populärer. 2011 haben zwei von fünf Befragten schon einmal Haschisch oder Marihuana genommen. Längerfristig betrachtet hat sich diese Quote kaum verändert.

 

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