Charlottesville Zahl der Toten nach Ausschreitungen in Charlottesville steigt auf drei

Nach den Ausschreitungen rechtsextremer Gruppen im US-Bundesstaat Virginia ist die Zahl der Toten auf drei gestiegen.

Die US-Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu der tödlichen Auto-Attacke in der Stadt Charlottesville übernommen. Der Fall werde als möglicher Verstoß gegen die Bürgerrechtsgesetze behandelt, teilte das FBI am Samstagabend (Ortszeit) mit. 

Als Verdächtigen hat die Polizei den 20-jährigen James Alex Fields Junior in Gewahrsam genommen. Er soll sein Auto vorsätzlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert haben, die gegen eine Kundgebung von rechtsextremen und teils rassistischen Gruppen in Charlottesville protestiert haben.

Der Moment dert Attacke: Ein Auto schleudert in Charlottesville Demonstranten in die Luft.
Der Moment dert Attacke: Ein Auto schleudert in Charlottesville Demonstranten in die Luft. | Bild: Ryan M. Kelly/The Daily Progress

Dabei habe es mindestens einen Toten gegeben, teilte Bürgermeister Mike Signer auf Twitter mit. Zudem sollen 19 Menschen verletzt worden sein, meldet der Sender CNN unter Berufung auf die städtischen Behörden. 

Ebenfalls am Samstag sind bei einem Absturz eines Polizeihubschraubers unweit der Kundgebung beide Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Das berichteten die Medien am Samstagabend unter Berufung auf die Polizei. Über die Absturzursache lagen vorerst keine Angaben vor. Damit steigt die Zahl der Toten in Charlottesville an diesem Wochenende auf drei an.

Bereits zuvor war es am Rande der Kundgebung verschiedener ultrarechter Gruppen in der Stadt in Virginia zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Schon Stunden, bevor die Veranstaltung überhaupt begann, lieferten sich Teilnehmer beider Seiten teils heftige Schlägereien. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben bei den Zusammenstößen 35 Menschen verletzt.

Präsident Donald Trump verurteilte die Gewalt, nachdem sich zunächst nur First Lady Melania geäußert hatte. «Wir ALLE müssen zusammenstehen & alles verurteilen, für das Hass steht», twitterte Trump. «Es gibt keinen Platz für diese Art von Gewalt in Amerika.» Vertreter rechtsextremer Gruppen wie Alt-Right hatten sich nach der Wahl des Republikaners ermutigt geäußert. Kritiker lasteten Trump an, sich nicht genügend von den Rechten distanziert zu haben.

Der Gouverneur von Virginia, Terry McCauliffe, und städtische Stellen riefen nach Ausbruch der Gewalttätigkeiten für Charlottesville den Ausnahmezustand aus. Eine solche Maßnahme erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen, wenn dies für nötig gehalten wird.

Anlass für die Kundgebung unter dem Motto «Vereinigt die Rechte» war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Erwartet wurden bis zu 6000 Teilnehmer aus verschiedenen Spektren der Ultrarechten. Mit dabei war auch der frühere Ku-Klux-Klan-Führer David Duke.

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