Berlin Trauer und Entsetzen in Deutschland und Europa: Reaktionen auf den Anschlag in Berlin

Die Reaktionen auf den Anschlag in Berlin aus dem In- und Ausland zeugen von Betroffenheit. Zudem bekunden auch viele Promis im Netz ihr Mitgefühl.

Ein Lastwagen ist am Montagabend in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz bei der Gedächtniskirche gefahren. Spitzenpolitiker im In- und Ausland haben auf das schreckliche Ereignis reagiert. Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Live-Ticker. 


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich tief erschüttert. „Das ist ein sehr schwerer Tag“, sagte sie am Dienstagmorgen. Sie denke in diesen Stunden zuallererst an die Toten und die mehr als 40 Verletzten. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint. Merkel kündigte ein hartes Vorgehen des Rechtsstaats an.  .
 

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich erschüttert geäußert. "Tiefe Bestürzung und unendlicher Schmerz befällt uns angesichts der Tatsache, dass so viele unserer unschuldigen Bürger diesem Wahnsinn zum Opfer fielen", erklärte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag in Berlin. "Wir stehen in dieser schweren Zeit fest und solidarisch an der Seite unseres Landes."

Grünen-Chef Cem Özdemir warnte vor Überreaktionen. "Wir leben in einer sehr verrückten Welt, wo Terroristen bereit sind, die schlimmsten Dinge zu tun", sagte Özdemir am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Antwort darauf sei aber "sicherlich nicht, dass wir jetzt durchdrehen, dass wir tun, was die von uns erwarten, dass wir unsere Gesellschaft in Hochsicherheitstrakte verwandeln".

Bundespräsident Joachim Gauck „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, teilte Gauck am Montagabend mit. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten.“ Er danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz, ergänzte das Staatsoberhaupt.

"Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls", erklärte auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Er bot dem Land Berlin Unterstützung durch die Bundespolizei an.
 
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach am Montagabend während ihres Besuchs im westafrikanischen Mali von „bestürzenden Nachrichten“ aus Deutschland. „Wir wissen auch nur das, was wir über die frei zugänglichen Medien in der Kürze erfahren konnten“, sagte sie auf einem Empfang in der deutschen Botschaft in Bamako. Die Gäste bat von der Leyen um einen Moment des Gedenkens für die Opfer.



Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: "Ich bin tief erschüttert über die schrecklichen Nachrichten von den Ereignissen an der Berliner Gedächtniskirche", so Steinmeier am Montagabend. "Mein tief empfundenes Mitgefühl ist mit den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer", schrieb Steinmeier weiter.
  Die SPD-Spitze hat sich tief betroffen geäußert. SPD-Chef Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“ Der SPD-Politiker Martin Schulz erklärte auf Twitter: „Schreckliche Nachrichten aus #Berlin. Gedanken bei Familien&Freunden der Opfer,wünsche Verletzten zügige Genesung, Einsatzkräften viel Kraft.“
 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik. „Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird“, sagte Herrmann am Dienstag dem Hörfunksender Antenne Bayern.

Es sei naheliegend, dass durch die große Zahl von Flüchtlingen viele Personen eingereist seien, deren Hintergründe nicht bekannt seien. „Meines Erachtens wird dann schon auch die Frage sein, ob wir das wirklich so weiterlaufen lassen können“, sagte der Innenminister. 

Reaktionen aus dem Ausland


Mit solidarischen und zugleich scharfen Worten haben führende Politiker im Ausland auf den mutmaßlichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche reagiert.

FRANKREICH: „Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft“, erklärte der französische Präsident François Hollande. Sein Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte: „Frankreich steht in diesem dunklen und schmerzhaften Moment an der Seite Deutschlands“, sagte der Außenminister.

USA: US-Präsident Barack Obama drückte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Telefonat seine „tiefe Anteilnahme“ aus. Der Bundesregierung zufolge bat er sie, den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl zu übermitteln, den Verletzten wünschte er eine „rasche Genesung“. Zugleich sicherte Obama der Bundeskanzlerin die Unterstützung der USA zur Aufklärung der Hintergründe der Tat zu.

Obamas Nachfolger Donald Trump gab zu verstehen, noch bevor die deutschen Behörden offiziell von einem Anschlag ausgingen, „islamistische Terroristen“ hätten die Tat begangen. „Unschuldige Zivilisten wurden auf der Straße ermordet, als sie sich auf das Weihnachtsfest vorbereiteten“, erklärte Trump. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und „andere islamistische Terroristen schlachten fortwährend Christen in ihren Gemeinden und Andachtsorten ab als Teil ihres globalen Dschihad“, fügte Trump hinzu. „Diese Terroristen und ihre regionalen und weltweiten Netzwerke müssen vom Angesicht der Erde ausgelöscht werden, eine Mission, die wir mit allen freiheitsliebenden Partnern ausführen werden.“

RUSSLAND: Der russische Staatschef Wladimir Putin erklärte: „Dieses gegen friedliche Zivilisten verübte Verbrechen schockiert durch seine Brutalität und seinen Zynismus.“ Dem Kreml zufolge kondolierte er Merkel sowie Bundespräsident Joachim Gauck.

POLEN: Ministerpräsidentin Beata Szydlo sprach „der deutschen Nation“ ihr Beileid aus. Europa müsse vereint „gegen den Terrorismus kämpfen“ und „effiziente Maßnahmen für die Verteidigung seiner Bürger“ ergreifen, erklärte sie. Szydlo kündigte ein Telefonat mit Merkel an.

EUROPÄISCHE UNION: Auch Brüssel reagierte bestürzt auf die Tat. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, er und die gesamte EU-Kommission seien „erschüttert“. Die Angegriffen hätten sich auf dem Weihnachtsmarkt aufgehalten, „um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden“. EU-Ratspräsident Donald Tusk zeigte sich „tief ergriffen“ und versprach Europas Hilfe. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte: „Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien.“ EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) beklagte „schreckliche Nachrichten“ aus Berlin.
   

Weitere Tweets und Reaktionen von Prominenten

Die Komiker Jan Böhmermann und Olli Schulz haben eine Veranstaltung im Berliner Tempodrom nach dem möglichen Anschlag in der Hauptstadt abgebrochen. „Das ist drei Kilometer von hier passiert. Ich war erst vor ein paar Tagen da. Ich glaube, das ist einfach so scheiße gerade und wir können auch nicht die richtigen Worte dafür finden. Auf alle Fälle können wir jetzt nicht weiter hier gute Laune verbreiten und Party machen, wenn hier Menschen sterben“, sagte Schulz am Montagabend.

Sein Partner Jan Böhmermann ergänzte unter dem Applaus des Publikums: „Kommt sicher nach Hause. Verbreitet keine Gerüchte und hört nicht auf die Arschgeigen, die dieses schreckliche Ereignis jetzt für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren. Das ist nämlich das Allerletzte.“ 

   

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