Digital Switch: Was die neue Nintendo-Konsole alles kann

Die Konsole Switch tritt gegen die Playstation an. Gespielt kann sowohl vor dem vor dem Fernseher als auch unterwegs werden. Gelingt Nintendo so der der nächste große Wurf?

„Klick!“, macht es häufig bei der neuen Switch von Nintendo. So werden die Steuer-Sticks an das Touchscreen-Tablet angesteckt – fertig ist die Mobil-Konsole für unterwegs. Zu Hause zieht man die Controller wieder ab, steckt das Tablet in eine Docking-Station – und die Switch wird zur Fernseher-Konsole. Bleibt die Frage, wie viele Spieler in der Ära von Smartphone-Games bereit sein werden, sich auf ein neues Nintendo-Gerät einzulassen. Die Switch konnte in Deutschland für 329 Euro vorbestellt werden. Interesse ist offenbar da: Bei Amazon.de hieß es gestern schon nach kurzer Zeit, das zum Erscheinungstag 3. März lieferbare Kontingent sei bereits vergriffen. Anleger reagierten jedoch enttäuscht; der Kurs von Nintendo an der Börse in Tokio stürzte bis Handelsschluss um 5,75 Prozent ab.

Nintendo will unbedingt an den Erfolg der Wii anzuknüpfen, die 2006 mit ihrer damals neuartigen Bewegungssteuerung zum Hit wurde. Es waren lockere Party-taugliche Games wie Tennis oder Bowling mit Controller in der Hand, eine breite Masse von Gelegenheits-Spielern anlockten. Die Wii war mit ihren 250 Euro zudem deutlich günstiger als die hochgerüsteten Konsolen der Konkurrenz. Im Ergebnis verkaufte sie sich mehr als 100 Millionen Mal und hängte die Rivalen ab. Doch die Zeiten haben sich seit der Wii-Revolution geändert. Für Gelegenheits-Spieler gibt es jetzt eine gewaltige Auswahl von Smartphone-Games, die erstmal gar nichts oder nur wenige Euro kosten. Die Zielgruppe, die die Wii einst weitgehend für sich beanspruchte, ist also schon hart umkämpft. Nintendo bekam das schon mit der weitgehenden Erfolglosigkeit seiner aktuellen Wii U zu spüren, von der seit dem Start vor gut vier Jahren gerade einmal etwas mehr als 13 Millionen Geräte verkauft wurden.

Nintendo gibt sich zum Start der Switch auf jeden Fall Mühe, keine Fehler zu wiederholen. Vor allem gibt es gleich zur Markteinführung der Konsole einen potenziellen Spiele-Hit, der von Fans schon seit Langem erwartet wird – nämlich einen neuen Titel aus der „Zelda“-Reihe. Und auch die großen Anbieter von Spielen wie „Fifa“, die zuletzt die Wii U mieden, sind wieder an Bord. Zum Jahresende soll es zudem ein neues Spiel mit Super Mario geben, in der der bekannteste Spiele-Klempner durch real aussehende Stadt-Umgebungen spaziert – bei Nintendo-Fans eine sichere Bank.

Damit wird auch deutlich, dass der Sprung ins Geschäft mit Smartphone-Games mit dem ersten Super-Mario-Spiel keine Kapitulationen Nintendos vor den neuen Marktbedingungen war. Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto betonte schon damals, die App solle eher Nutzer für das Kerngeschäft in der Konsolen-Welt bringen, statt es zu ersetzen.

Schon gewusst?

Mario auf dem Smartphone gibt es bald auch für Android. Seit dem 29. Dezember ist Super Mario Run in Googles Play Store gelistet. Zwar verrät Nintendo noch kein genaues Veröffentlichungsdatum, Spieler können sich aber bereits registrieren und erhalten dann eine Nachricht, wenn der Titel verfügbar ist. Aber Achtung: Leichtsinnige Smartphone-Nutzer laufen Gefahr, sich mit der „Mario“-Fake-App einen Android-Trojaner einzufangen. Er fängt beim Online-Banking Nutzer-Daten ab. (dpa/sk)

Nintendo kämpft sich immer wieder zurück

  • Die Anfänge: Die Geschichte von Nintendo begann im Jahr 1889 mit Spielkarten. Für den Firmenpatriarchen Fusajiro Yamauchi ein stabiles Geschäft – aber eben auch eins ohne große Wachstumsaussichten.
  • Der Umbruch: 1969 fand Yamauchi schließlich das Geschäft, das zu Nintendo passte: Spielzeug. Der erste Schritt zum späteren High-Tech-Spielzeug kam mit günstigen Solarzellen. 1973 blieb Nintendo dann jedoch auf hohen Investitionen sitzen.
  • Der Neuanfang: Unter Druck entdeckte Yamauchi die Computerspiele. 1983 erschien ein Gerät mit dem Namen „Family Computer System“, das 1983 in Japan und danach als „Nintendo Entertainment System“ auch in anderen Ländern auf den Markt kam.
  • Der Durchbruch. 1989 sorgte Nintendo mit dem GameBoy und dem Spiel Tetris für den Durchbruch des Computerspielens für unterwegs. 2006 gelang mit der Wii noch einmal ein großer Hit. Aktuell muss sich Nintendo gegen das Smartphone behaupten. (dpa)

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