USA Fox News kündigt US-Moderator Bill O’Reilly

Nach 21 Jahren muss Bill O’Reilly Fox News verlassen. Mehrere Ex-Mitarbeiterinnen werfen ihm sexuelle Belästigung vor

Donald Trump schaut gerne fern. Mehrere Stunden täglich, berichten Insider. Fast immer läuft bei ihm Amerikas beliebtester konservativer Sender Fox News, auf den sich der Präsident manchmal sogar in seinen Tweets und Reden bezieht. Auf seinen bevorzugten Moderator und Talk-Master muß Trump fortan aber verzichten. Denn der 67-jährige Bill O’Reilly, bisher die Geldmaschine für Fox News und dessen Besitzer Rupert Murdoch, wird aus einem Italienurlaub nicht vor die Kamera zurückkehren. O’Reilly stürzte über Vorwürfe, die der Präsident noch während des Wahlkampfs politisch aussitzen konnte: Mehrere Frauen bezichtigen ihn des ungebührlich Verhaltens und sexueller Belästigung.

Bis zuletzt hatte Trump den Star-Moderator verteidigt. "Ich denke nicht, dass Bill etwas Falsches getan hat." Er sei doch "eine gute Person". Doch viel Gewicht hatten diese Aussagen nicht – zumal innerhalb von 24 Stunden eine sechste und siebte Frau mit frischen Anschuldigungen gegen O’Reilly an die Öffentlichkeit gingen. Zuvor hatte die "New York Times" enthüllt, dass Fox News und die Ikone von Amerikas Konservativen rund 13 Millionen Dollar an fünf Frauen gezahlt hatten, um Vorwürfe vom Tisch zu bekommen. Doch es war dann wohl Fall Nummer sechs, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eine frühere afro-amerikanische Sekretärin hatte über ihre Rechtsanwältin zu Protokoll gegeben, O’Reilly habe ihr regelmäßig in den Ausschnitt gestarrt, lustvolle Geräusche gemacht und sie als "hot chocolate" ("heiße Schokolade") herabgewürdigt.

Zahlreiche Werbekunden hatten sich zuletzt vom Sender abgewandt und damit ein Handeln gegen den Star-Moderator und Bestseller-Autor erzwungen, dessen Vertrag erst kürzlich für geschätzte 20 Millionen Dollar pro Jahr verlängert worden war. Nur mit einem einzigen Satz setzte der US-Sender O’Reilly nach 21 Jahren vor die Tür: Nach sorgfältiger und gründlicher Überprüfung der Vorwürfe habe man sich geeinigt, dass er nicht zu Fox News zurückkehren werde. In einer persönlichen Erklärung stritt O’Reilly wenig später dann die neuen Anschuldigungen als erfunden ab.

Im Juli 2016 musste Fox-Chef RogeAchsor Ailes abrupt seinen Hut nehmen, nachdem ähnliche Belästigungs-Vorwürfe gegen ihn laut geworden waren. Die Staatsanwaltschaft in New York untersucht derzeit, ob Fox News-Mutter 21st Century Fox illegal geheime Abfindungen an Frauen vor Investoren unter der Decke hielt.

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