Jacksonville Baby-Kidnapping in Florida nach 18 Jahren aufgeklärt

Kurz nach der Geburt verschwindet ein Baby aus dem Krankenhaus, 18 Jahre später kommt heraus, wer das Mädchen entführt hat. Ganz zu Ende ist die Geschichte damit noch nicht.

Sie wurde als Baby aus einer Geburtsklinik in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida entführt, nun hat sich ihr Schicksal nach 18 Jahren aufgeklärt. Die junge Frau sei gesund und lebe ein normales Leben in South Carolina, teilte die Polizei am Freitag mit. Die heute 51-Jährige, die das Neugeborene nur Stunden nach der Geburt damals unter einem Vorwand von der leiblichen Mutter getrennt und gekidnappt hatte, wurde festgenommen. Die Polizei hatte über 18 Jahre an der Aufklärung der Tat gearbeitet und erst kürzlich neue Hinweise erhalten. Letztlich habe ein DNA-Abgleich Gewissheit gebracht.

Unklar blieb, ob die 18-Jährige, die ihr ganzes bisheriges Leben glaubte, eine andere zu sein, als sie ist, sich nun ihrer ursprünglichen Familie anschließen wird. „Es ist schwer vorstellbar, was sie durchmacht, wenn man sich vor Augen führt, dass sie die ganze Zeit dachte, die Entführerin ist ihre Mutter“, sagte Sheriff Mike Williams. Ihr Vater war zur Geburtszeit im Gefängnis und wurde wenig nach der Geburt erneut zu einer Haftstrafe verurteilt. Er hatte sich strafbar gemacht, weil er ein erst 15 Jahre altes Mädchen geschwängert hatte. Die Entführung, für die sich die Täterin als Krankenschwester verkleidet hatte, hatte eine riesige, aber erfolglose Suchaktion nach sich gezogen. Die Polizei hatte unter anderem Hubschrauber eingesetzt, um nach dem Kind zu fahnden. Das Krankenhaus wurde Zimmer für Zimmer durchforstet.

Baby-Entführungen und ihre Aufklärung: spektakuläre Fälle

Als Säuglinge entführte Kinder finden manchmal erst nach vielen Jahren ihre leiblichen Eltern wieder. Einige aufsehenerregende Fälle:
  • Aufklärung nach 6 Jahren: Auf einem Kindergeburtstag im Jahr 2004 fällt einer Frau aus Philadelphia (USA) eine Sechsjährige auf: Sie sieht ihren Kindern und ihr selbst verblüffend ähnlich. Sechs Jahre zuvor hatte die Frau einen Hausbrand überlebt. Die Leiche ihrer jüngsten Tochter, damals ein Baby, war nicht im Haus gefunden worden. Dennoch wurde sie für tot erklärt. Da die Frau nie an den Tod ihres Kindes glaubte, sammelt sie auf der Geburtstagsfeier einige Kopfhaare des Mädchens. Ein DNA-Test beweist: Es ist ihre Tochter. Das Mädchen war von der Brandstifterin entführt worden, die Frau hatte es später als ihr eigenes Kind ausgegeben. Das Urteil: 40 Jahre Haft.
  • Aufklärung nach 17 Jahren: Eine Südafrikanerin entführt 1997 in einem Krankenhaus ein Baby und zieht das Kind als eigene Tochter auf. Ohne es zu wissen, geht die Jugendliche später auf dieselbe Schule wie ihre leibliche Schwester. Mitschülern fällt allerdings ihre große Ähnlichkeit auf. Als auch die leiblichen Eltern die große Ähnlichkeit bemerken, ruft der Vater die Polizei. Ein Gericht verurteilt die Kidnapperin später zu 10 Jahren Haft.
  • Aufklärung nach 23 Jahren: Im Jahr 2005 will eine junge Frau aus Connecticut (USA) eine Krankenversicherung abschließen. Ihre Mutter weigert sich jedoch, ihr dafür ihre Geburtsurkunde auszuhändigen, und behauptet, sie sei adoptiert worden. Die junge Frau sucht daraufhin ihre leibliche Mutter. Im Jahr 2010 findet sie schließlich auf einer Internet-Liste entführter Kinder ein Bild von sich als Säugling. Die Frau, die sie 23 Jahre lang als Mutter oder Adoptivmutter ansah, hatte sie demnach 1987 kurz nach ihrer Geburt aus einem New Yorker Krankenhaus gekidnappt. Die Entführerin wird zu 12 Jahren Haft verurteilt.

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