Insgesamt hatten am Tag des offenen Denkmals bundesweit rund 8000 Denkmäler ihre Pforten geöffnet, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mitteilte.
«Denkmäler machen unsere Städte unverwechselbar. Sie stiften Identität und vermitteln uns ein Gefühl von Heimat», sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bei der zentralen Eröffnungsfeier in Bremen.
Neumann betonte die Bedeutung des Denkmalschutzes auch als Wirtschaftsfaktor: «Er erhält und schafft Arbeitsplätze, gerade auch jenseits der Metropolen und Ballungsgebiete.»
«Holz» stand diesmal im Mittelpunkt des Denkmaltags. Zu bestaunen waren etwa historische Dachstühle von Kirchen und Schlössern, kunstvolle hölzerne Innenausbauten und mächtige Balkendecken. Experten aus Handwerk und Denkmalpflege erklärten Konstruktionsweise und Instandsetzung von Fachwerkbauten. Etwa die Hälfte aller Veranstaltungen beschäftigte sich nach Angaben der Stiftung mit Holz.
Bundesweit gibt es mehr als eine Million Denkmäler. Davon seien rund ein Drittel gefährdet oder dringend sanierungsbedürftig, sagte Neumann. «Es ist eine der bedeutendsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, Kulturdenkmäler für künftige Generationen zu erhalten.»
Gleich zwei Opernhäuser von Weltrang mit wertvollen hölzernen Innenverkleidungen konnten in Bayreuth besichtigt werden: das von der Unesco zum Welterbe ernannte Markgräfliche Opernhaus und Richard Wagners Festspielhaus mit einzigartiger Akustik. Insgesamt waren mehr als 900 historische Gebäude, archäologische Stätten sowie Gärten und Parks in Bayern geöffnet. In Brandenburg luden rund 400 Fachwerkhäuser, Kirchen, Museen und Parks ein. In Nordrhein-Westfalen waren es 1100 Denkmäler, darunter eine Kaserne in Bonn, in der der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik, Theodor Blank, arbeitete.
In Niedersachsen öffneten 700 Denkmäler und historische Stätten ihre Pforten, die sonst verschlossen sind. In Bremen besichtigten Besucher unter anderem den Windkanal des Luftfahrtpioniers Henrich Focke und das Segelschulschiff «Deutschland». In Sachsen strömten allein in Görlitz mehrere tausend Besucher in die einzigartigen Bürgerhäuser, das alte Warenhaus und auf den Handwerksmarkt in der Innenstadt. «Viele Interessierte standen schon morgens Schlange, um an die begrenzten Besucherkarten für Sonderführungen zu kommen», berichtete der Leiter der Görlitzer Denkmalschutzbehörde, Peter Mitsching.
Groß war auch der Andrang in Thüringen etwa bei den Führungen zur Domglocke «Gloriosa» in Erfurt und zu archäologischen Grabungen am Weimarer Herderplatz, wie ein Sprecher des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie berichtete. Für Besucher offen standen auch Teehaus und Orangerie in Altenburg, die in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand saniert wurden.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz organisiert den Tag des offenen Denkmals seit 1993. Der nächste Denkmaltag soll am 8. September 2013 stattfinden. Als Motto ist geplant: «Jenseits des Guten und Schönen - unbequeme Denkmale?», wie eine Sprecherin sagte.
