Das vom Deutschlandradio Kultur produzierte Hörspiel «Testament. Verspätete Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Lear» wurde unter drei Nominierungen für die 61. Auszeichnung des Bundes der Kriegsblinden ausgewählt, wie die Film- und Medienstiftung NRW am Dienstag mitteilte. Anhand des Generationenstücks testet She She Pop, wie belastbar die Beziehung zwischen Eltern und Kindern heute ist - und zwar mit ihren wirklichen Vätern.
Das Zusammenspiel ergebe eine «Spannbreite zwischen Rollenspiel und Realität, zwischen Ökonomie und Gefühl, zwischen liebevollem Witz und roher Härte», urteilte die Jury. Das bereits mehrfach ausgezeichnete Bühnenstück sei als Hörspielfassung noch einmal eine Steigerung. Das 1998 gegründete Kollektiv She She Pop ist mit seinen Produktionen abseits des klassischen Regietheaters eine der erfolgreichsten freien Theatergruppen in Deutschland.
Der Ehrenpreis für deutsche Hörspiel-Autoren wird seit 1952 vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands vergeben, seit 1994 zusammen mit der Filmstiftung NRW. Bisherige Preisträger sind unter anderem Friedrich Dürrenmatt, Dieter Wellershoff, Walter Kempowski, Heiner Müller, Christoph Schlingensief sowie Elfriede Jelinek.
