Schlögel betrachte Vertreibungen in einem europäischen Zusammenhang, der die Vertreibung der Deutschen einschließt, und habe auch die politische Linke für dieses Thema sensibilisiert - so begründete das Zentrum mit Sitz in Wiesbaden am Dienstag die Zuerkennung. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll am 28. Oktober in der Frankfurter Paulskirche überreicht werden.
Schlögel stellt Raum und Geografie in den Mittelpunkt seiner geschichtlichen Betrachtungen, zu seinen bekanntesten Werken zählen «Das Russische Berlin: Ostbahnhof Europas», «Die Mitte liegt ostwärts: Europa im Übergang» oder «Terror und Traum: Moskau 1937». Er lehrt Geschichte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.
Das Zentrum gegen Vertreibungen wurde 2000 von der Präsidentin des Bundes des Vertriebenen, Erika Steinbach, und dem SPD-Politiker Peter Glotz (1939-2005) begründet. Frühere Träger des Menschenrechtspreises waren die Schriftsteller Herta Müller und György Konrad. Die Auszeichnung ist benannt nach dem Schriftsteller Franz Werfel (1890-1945), der in seinem Roman «Die 40 Tage des Musa Dagh» die Vertreibung der Armenier im Osmanischen Reich geschildert hat.
