Bei dieser Schlacht habe sich die Größe und der Heldenmut des russischen Volkes bewiesen, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Sonntag bei der Zeremonie. Unter den vielen Staatsgästen war auch der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing (1974-1981). Das russische Staatsfernsehen übertrug die nachgestellten Kämpfe in historischen Kostümen der Napoleonzeit live von dem früheren Schlachtfeld. In Borodino bei Moskau wurden bis zum Abend 300 000 Zuschauer erwartet.
Die Moskauer Staatsführung nutzt das Gedenken an das Blutbad sowie den Sieg über den Hitlerfaschismus im Zweiten Weltkrieg traditionell auch, um das patriotische Großmachtgefühl der Russen zu stärken. «In der Einheit des russischen Volkes liegt auch der Patriotismus, der all diese Zeiten die wichtigste Grundlage aller unserer großen Siege war», sagte Putin.
Bei einem Gespräch mit Giscard d'Estaing warb Putin für die Verständigung zwischen Russen und Westeuropäern. «Ich hoffe, dass wir mehr tun können, um Europa auf der Grundlage gemeinsamer moralischer Werte zu vereinigen», betonte der russische Präsident der Agentur Interfax zufolge.
In dem Ort Borodino, etwa 100 Kilometer vor Moskau, kämpften die Russen damals unter dem Oberkommando von Fürst Michail Kutusow. Putin würdigte Kutusow nach einer Kranzniederlegung an einem Denkmal in Borodino als russisches Symbol für «Mut» und «Tapferkeit». Das Gemetzel endete damals mit dem Tod von 80 000 Soldaten. Am 14. September 1812 zog Napoleon mit seiner Truppe in die verlassene und brennende Metropole Moskau ein, wo er vergeblich auf ein Einlenken des Zaren wartete und schließlich den Rückzug befahl.
