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15.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Mannheim (dpa) Aufstieg und Ende der Medici in Mannheim

Der letzte Großherzog starb einsam, deprimiert und kinderlos: Gian Gastone setzte mit seinem Tod 1737 einen Schlusspunkt unter die mehr als 300-jährige Erfolgsgeschichte des Medici-Clans.

Abbild von Lorenzo il Magnifico (1449 - 1492). Foto: Uwe Anspach  Bild: Foto: dpa

Ein Gemälde, das Papst Clemens VII. (1478-1534) zeigt. Foto: Uwe Anspach  Bild: Foto: dpa

Ein Original-Lendenwirbel des Galieo Galilei in der Ausstellung "Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft". Foto: Uwe Anspach  Bild: Foto: dpa

Ein sogenannter 3-D-Nachdruck des Schädels von Anna Maria Luisa de Medici (1667 - 1743) mit einer Kurfürstenkrone auf dem Haupt. Foto: Uwe Anspach  Bild: Foto: dpa



Abbild von Lorenzo il Magnifico (1449 - 1492). Foto: Uwe Anspach

Von der Toskana-Metropole Florenz aus hatte die Familie Einfluss auf den gesamten Kontinent ausgeübt. Ab Sonntag (17. Februar) ist die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Dynastie in einer Ausstellung in Mannheim zu sehen. Angefangen hatte alles mit einer clever geführten Bank. Im Jahr 1393 übernahm Giovanni di Bicci das Medici-Geldinstitut von einem Verwandten und machte es gemeinsam mit seinem Sohn Cosimo zu einem mächtigen Finanzunternehmen. Die Grundlage für den politischen Aufstieg war geschaffen. 120 Jahre später saß der erste Vertreter der Medici als Papst Leo X. auf dem heiligen Stuhl in Rom.

Ihre Macht sicherten und mehrten die Medici mit bewährten Methoden: Per Heirat oder Bündnis mit noch Mächtigeren, mit Intrigen, Verschwörungen, Betrug und der gnadenlosen Verfolgung von Widersachern. Doch der Preis war hoch, denn der Clan machte sich viele Feinde. Es gab auch zahlreiche Neider in den eigenen Reihen. Gift oder Mord war so die Todesursache mehrerer hochrangiger Medici.

Die Ausstellung zeigt mehr als 350 Jahre Familiengeschichte anhand von rund 200 Exponaten aus Florenz, Rom, Österreich und Deutschland - darunter kunstvoll gestaltete Bücher und Kleidungsstücke, Goldmünzen, Waffen, Schmuck, Gemälde und ein 781 Mitglieder umfassender Stammbaum der Dynastie, gemalt im 17. Jahrhundert. Auch ein Buch mit den schwarzen Konten der Medici-Bank ist zu sehen.

Ein Schlaglicht will die Ausstellung auf das Leiden der Familienangehörigen werfen: Gezeigt werden medizinhistorische Erkenntnisse, die Exhumierungen in der Florentiner Grablege des Clans gebracht haben. So entlarvt eine Schädelnachbildung einen der Medici, der sich zwar ganz adrett malen ließ, doch tatsächlich unter einem arg deformierten Kiefer litt. Der Blick auf das hinter Kunstwerken und Porträts liegende Menschliche sei neu, sagt der Kurator der Mannheimer Ausstellung, Wilfried Rosendahl von den Reiss-Engelhorn-Museen.

Er stützt sich auf Ergebnisse, die aufwendige Untersuchungen von Medici-Gräbern in der Basilika San Lorenzo zutage gefördert haben. Viele der Knochen konnten dadurch erstmals dem richtigen Besitzer zugeordnet werden, wie die Medici-Forscherin Donatella Lippi von der Universität Florenz sagt. Die Gräber waren innerhalb der Basilika mehrmals verlegt worden, dazu kam ein verheerendes Hochwasser 1966, das auch die Krypta erfasste, sagt Lippi.

Vergangenen Oktober nahm ihre Gruppe die sterblichen Überreste von Anna Maria Luisa de Medici (1667-1743) unter die Lupe, die mit dem Pfälzer Kurfürsten Johann Wilhelm verheiratet war. Sie war die letzte Vertreterin der Dynastie. Der 270. Todestag der Kurfürstin ist auch Anlass für die Ausstellung in Mannheim. Die Schau mit dem Titel «Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft» ist bis Ende Juli zu sehen.

Ein Gemälde, das Papst Clemens VII. (1478-1534) zeigt. Foto: Uwe Anspach
Ein Original-Lendenwirbel des Galieo Galilei in der Ausstellung "Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft". Foto: Uwe Anspach
Ein sogenannter 3-D-Nachdruck des Schädels von Anna Maria Luisa de Medici (1667 - 1743) mit einer Kurfürstenkrone auf dem Haupt. Foto: Uwe Anspach
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