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Hohe Hürde Verlagssuche: Was junge Autoren tun können, damit aus ihrem Skript ein Buch wird

Das Werk ist vollbracht – endlich. Es ist gut – selbstverständlich. Zufrieden streichelt der sich viel versprechende Autor sein Manuskript. Dieser Moment des Schöpferglücks sei ihm gegönnt. Ein bitteres Kapitel nämlich steht ihm noch bevor: Die Erkenntnis, dass es oft einfacher ist, ein Buch zu schreiben, als es ordentlich verlegt zu bekommen.

Die stille Zufriedenheit ist vielleicht schon der erste Fehler des jungen Autors. „Er sollte besser ein paar Einkünfte einholen“, kommentiert trocken Imre Török, der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller mit immerhin 4000 Mitgliedern – wobei nicht jeder Autor dort organisiert ist. Konkret: Er sollte sein Werk Bekannten zu lesen geben, ihre Reaktionen testen, sollte lernen, Kritik zu hören und einzuordnen. Ehrenrührig ist das keinesfalls.

Kontaktaufnahme und Recherche, diese Begriffe fallen immer wieder, wenn Török Ratschläge zur Verlagssuche gibt. Der junge Autor muss raus aus dem Elfenbeinturm: Lesungen besuchen, mit Kollegen ins Gespräch kommen, um zu hören, wie sie es geschafft haben; zu Buchmessen fahren und Kontakte zu Lektoren knüpfen. Netzwerken eben. Und nebenbei recherchiert er gründlich, in welches Programm sein Manuskript passen könnte. Krass formuliert: Der Krimi mag genial sein – ein Verlag für Kochbücher wird ihn trotzdem nicht veröffentlichen.

Statt das Werk kreuz und quer durch die Republik zu schicken, sucht der junge Autor Kontakte und den passenden Verlag – im Börsenverein des Deutschen Buchhandels sind allein 5800 Verlage organisiert, die Liste der Hochschulbibliothek Zentrum Nordrhein Westfalen listet knapp 7700 Verlage auf. Das hält auch Manfred Plinke für den besten Weg. Plinke, dessen „Autorenhaus Verlag“ (Berlin) sich auf Ratgeberliteratur für Autoren spezialisiert hat, rät, dass sich Debütanten in die Situation des Verlagslektors einfühlen sollten.

Was sucht er? Wie ist ihm am griffigsten zu vermitteln, dass dieses Manuskript passt? Das ist, so Plinke, auch eine Frage der Form und somit von Professionalität. Der Begleitbrief muss sitzen, ein Exposé und Textproben müssen dem Lektor schnell beweisen, dass er keinesfalls zufällig Qualität auf den Schreibtisch bekommen hat. Ist das Manuskript verschickt, muss sich der Autor in einer weiteren Disziplin üben. Er muss geduldig warten. „Man braucht Durchhaltevermögen“, weiß Török. Sein Trost: „Ab dem zweiten Buch wird es leichter….“

Es scheint Abkürzungen zu geben – die sich jedoch als mautpflichtige Sackgassen erweisen. So genannte Druckkostenzuschussverlage sichern die Veröffentlichung zu, wenn der Autor sich finanziell beteiligt – dies nicht selten mit einem Betrag, der die tatsächlichen Druckkosten übersteigt. Sowohl Török als auch Plinke raten von diesen Angeboten ab. Denn die nicht selten dubiosen Verlage kehren das Geschäftsprinzip gewinnbringend um: Sie haben ihren Schnitt gemacht, wenn das Buch gedruckt ist. Welches Interesse sollten sie also daran haben, es ordentlich und aufwändig zu bewerben, zu vermarkten und auszuliefern? Plinke: „Dem Autor ist nicht geholfen.“ Anders: Statt mit seiner geistigen Arbeit Geld zu verdienen, hat er Geld verloren.

Empfehlenswert sei dagegen der Weg über Literaturagenturen, meint Imre Török. Allerdings seien die Hürden, um bei einer seriösen Agentur unterzukommen, fast ebenso hoch wie beim Lektorat. Wenn man es aber geschafft habe und von der Agentur vertreten werde, dann könne man sich erst einmal zurücklehnen. Denn die Agenten kennen die Szene, wissen genau, wer was sucht und was es wert ist. Allerdings hat diese Dienstleistung ihren Preis, 15 Prozent vom Honorar sind es üblicherweise. „Das kann es aber wert sein“, meint Plinke.

Das Werk ist vollbracht. Der junge Autor darf nun die Feder niederlegen – und muss zum Geschäftsmann werden.

Ratgeber und Tipps:

Manfred Plinke: „Handbuch für Erst-Autoren“. Autorenhaus-Verlag, 14,90 Euro

Sandra Uschtrin: „Handbuch für Autorinnen und Autoren“. Uschtrin-Verlag, 49,90 Euro

Der „Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden Württemberg e.V.“ bietet Seminare für Autorinnen und Autoren. Homepage: www.schriftsteller-in-bawue.de

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