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Kultur Musentempel an der Oos

28.01.2012


Das Highlight von 2013 – die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern – hat Intendant Andreas Mölich-Zebhauser gerade in einer eigenen Pressekonferenz angekündigt. Aber auch schon in diesem Jahr bietet das Festspielhaus Baden-Baden viel Hochkarätiges.

Dass ausgerechnet Christian Thielemann und seine Staatskapelle Dresden mit Richard Strauss' „Ariadne auf Naxos“ den ersten Höhepunkt des Jahres markieren (18./22./25.2.), entbehrt nicht einer gewissen Ironie, schließen die Dresdner doch 2013 bei den Salzburger Osterfestspielen die Lücke, die der überraschende Weggang der Berliner Philharmoniker nach Baden-Baden gerissen hat. Richard Strauss und Christian Thielemann sind eine bewährte Kombination, die in Baden-Baden bereits im „Rosenkavalier“ 2009 und der „Elektra“ 2010 zu überragenden künstlerischen Ergebnissen führte. Mit Renée Fleming (Ariadne/Primadonna), Sophie Koch (Der Komponist) und René Kollo (Haushofmeister) gibt es ein Wiedersehen. Für die Neuinszenierung ist der französische Regisseur Philippe Arlaud zuständig, der in den letzten Jahren in Baden-Baden Bizets „Carmen“ sowie „Falstaff“ und „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi realisierte.

Auch die beiden Opernproduktionen, die noch vor der Sommerpause über die Bühne gehen, können mit Spannung erwartet werden. In Donizettis „L'elisir d'amore“ (Der Liebestrank) bei den Pfingstfestspielen ist Rolando Villazón erstmals als Regisseur und Sänger (Nemorino) zu erleben (28./ 31.5., 3.6.). Der junge Dirigent Pablo Heras-Casado steht am Pult des Balthasar-Neumann-Ensembles. Villazón verspricht, „Theater zu machen mit Überraschungen, Witzen und berührenden Momenten. Unsere Elisir wird ziemlich lustig werden, das hoffe ich zumindest.

“ Ernster wird die Tragödie um den russischen Zaren „Boris Godunow“, die die Sommerfestspiele eröffnet (20./22.7.). Graham Vick setzt Mussorgskys musikalisches Volksdrama in Szene. Und Valery Gergiew wird mit dem Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg dafür sorgen, dass die Emotionen im Orchestergraben und auf der Bühne ausgelebt werden.

Highlights im Konzertprogramm sind die Konzerte der Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann (27.4.), des City of Birmingham Symphony Orchestra (25.3.) unter seinem charismatischen Chefdirigenten Andris Nelsons (Solist: Jonas Kaufmann), der Akademie für Alte Musik Berlin mit allen sechs Brandenburgischen Konzerten von Bach (15.4.) und dem Orchester der Mailänder Scala unter Fabio Luisi mit Brahms' 4. Symphonie und seinem 1. Klavierkonzert, das die bekannte französische Pianistin Hélène Grimaud interpretieren wird (1.7.).

Überhaupt sind in Baden-Baden viele prominenten Instrumentalisten zu erleben wie die Geigerinnen Anne-Sophie Mutter (9.3., 25.5.) und Hilary Hahn (26.4.), der Cellist Mischa Maisky (24.2.,1.4.) und die Pianisten Lang Lang (23.2.) und Grigory Sokolov (2.6.).

Aber auch junge Talente wie die temperamentvolle Geigerin Patricia Kopatchinskaja (30.5.), der charismatischer Schlagzeuger Martin Grubinger (26.5.) oder die in Deutschland noch kaum bekannte Violinistin Nicola Benedetti (19.2.) versprechen aufregende Kon-zerte.

In der letzten Saison faszinierte der französische Countertenor Philippe Jaroussky mit seinem Caldara-Programm das Baden-Badener Publikum. Am 24. Juni kommt er gemeinsam mit der Altistin Marie-Nicole Lemieux wieder, um Arien und Duette von Cavalli, Monteverdi und anderen italienischen Opernkomponisten zu veredeln. Anna Netrebko und ihr Mann Erwin Schrott holen am 29. April den im Januar abgesagten Arienabend nach. Neben der Oper wird in Baden-Baden aber auch der Liedgesang gepflegt. Rolando Villazón singt italienische Lieder (30.3.), Jonas Kaufmann (Klavier: Helmut Deutsch) interpretiert Werke von Liszt, Mahler, Strauss und Duparc (23.4.) Zwei Tage zuvor wird unter dem Titel „Lieder mit und ohne Worte“ eine inszenierte Nacht des Liedes präsentiert. Schließlich ist das New York City Ballett seit 30 Jahren erstmals wieder in Deutschland zu sehen (16./17./18.3). Sasha Waltz choreographiert „Jagden und Formen“ von Wolfgang Rihm zu seinem 60. Geburtstag (23.3.). Und beim Gastspiel des Het Nationale Ballet Amsterdam (7./8.7.) darf man sich bei der Hans-Van-Manen-Gala auf eine veritable Uraufführung freuen.

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