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Spanisches Liebes-Melodram im Theater Basel

Liebe, Tod, Eifersucht, Rache, Leidenschaft pur: Darum geht es in Manuel de Fallas einziger Oper „La vida breve“ (Das kurze Leben). Salud, eine junge Andalusierin aus dem Armen- und Zigeunerviertel, wird von Paco sitzen gelassen. Er heiratet standesgemäß in den besseren Kreisen. Eine Dreiecksgeschichte über Liebeskummer, Ehre und gebrochene Herzen.

Spanischer kann ein Stück nicht sein als diese spanische Nationaloper. Sie verbindet folkloristische Kraft mit impressionistischer Harmonik. Der Rhythmus ist flamencogetränkt, manche Arien klingen wie Puccini. Es ist ein Melodrama mit ebenso leidenschaftlicher Musik. Manuel de Falla lebte in Granada und war mit Leib und Seele Andalusier. In „Das kurze Leben“ gibt er der Volksmusik Andalusiens eindrucksvolle Würde und Ausdruckskraft. Und das kommt auch in der Inszenierung von OperAvenir, dem Opernstudio am Theater Basel, zum Tragen. Vor allem in den Liedern, in denen der Stil des „Cante jondo“ in purer Reinheit aufleuchtet.

Der mexikanische Dirigent Rolando Garza und die Regisseurin Ulrike Jühe haben eine Kammerversion mit reduzierter Orchesterfassung für die Kleine Bühne erarbeitet, auf Chor verzichtet, Musik und Handlung verdichtet und an Flamenco angelehnte Choreografien (Jugendclub Tanz) eingebaut. Die Inszenierung auf der offenen Raumbühne hat mit wenigen mobilen Requisiten und einer Blumenwand mit Madonnenbildern, die an Mauergräber in spanischen Friedhöfen erinnert, atmosphärische Dichte. Der Tod ist immer latent präsent. In den Hauptrollen trifft vokales Raffinement auf tenoralen Überdruck: Die Koreanerin Sunyoung Seo als Salud ist mehr eine lyrische Gestalterin als eine Singschauspielerin und dürfte darstellerisch noch etwas reifen. Ihr Partner, der Mexikaner Noel Hernández als Paco, tritt ihr als stimmpotenter Macho entgegen. Kein Wunder, dass er der erotischen Anziehungskraft der rassigen Flamencotänzerin Soledad Steinhardt als Nebenbuhlerin Carmela verfällt. In diesen Szenen spitzt sich die Liebestragödie dramatisch bis zum tödlichen Ende zu.

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