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Kultur „Vielleicht flößt das uns Furcht ein“

19.10.2011


Eigentlich spricht Pedro Almodóvar nicht besonders gerne mit der Presse, weder über seine Arbeit, deren Analyse er lieber anderen überlässt, noch über sein Privatleben. Über seinen neuen Film „Die Haut, in der ich wohne“, konnten wir trotzdem mit dem Spanier sprechen.

Eigentlich spricht Pedro Almodóvar nicht besonders gerne mit der Presse, weder über seine Arbeit, deren Analyse er lieber anderen überlässt, noch über sein Privatleben. Über seinen neuen Film „Die Haut, in der ich wohne“, konnten wir trotzdem mit dem Spanier sprechen.

Pedro, „Die Haut, in der ich wohne“ ist nicht Ihr erster Film, der um Themen wie Geschlechtsumwandlungen oder Transsexualität kreist. Was fasziniert Sie so daran – und haben Sie sich selbst je gewünscht, eine Frau zu sein?

Eigentlich denke ich, dass jeder von uns irgendwann mal davon träumt, sich selbst im anderen Geschlecht zu sehen. Oder wenigstens darüber nachdenkt, wie sich das anfühlen würde. Aber vor allem interessiert mich an der Thematik, dass man damit Gott herausfordert und auf die Probe stellt. Wer transsexuell ist, widersetzt sich schließlich in gewisser Hinsicht seinen Plänen.

Ohne an dieser Stelle zu viel über den hoch komplexen und abwechslungsreichen Plot des neuen Films zu verraten: um eine aktive Suche geht es gerade nicht, oder?

Stimmt, aber es dreht sich alles um das Thema Identität als solches, also gar nicht unbedingt die sexuelle. Hier geht es um einen Menschen, dessen Inneres, dessen Persönlichkeit und Menschlichkeit unangetastet bleibt trotz der gravierenden Eingriffe, die an seiner körperlichen Hülle vorgenommen werden. In meinen früheren Filmen war es dagegen meist die körperliche Veränderung, die dabei geholfen hat, die wahre Identität zu festigen.

War das Genre etwas, worüber Sie sich Gedanken gemacht haben?

Ich bin mir selbst nicht sicher, wie man den Film am besten definieren sollte. Die Bezeichnung Horrorfilm finde ich jedenfalls schwierig, denn die weckt doch beim Publikum Erwartungen, die der Film überhaupt nicht erfüllen kann.

Aber Sie müssen doch zugeben, dass Ihr Film sehr viele spannende und unheimliche Elemente hat…

Kann sein, aber ich wollte niemandem Angst machen. Und das ist es doch, worauf es beim Horrorfilm ankommt, oder? Statt um Blut und Schockmomente ging es mir eher darum, Bilder und eine Geschichte zu finden, die sich tief beim Zuschauer einprägen und ihn nicht mehr loslassen. Vielleicht flößt das manchem Furcht ein.

Interview: Patrick Heidmann

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