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Konstanz TV-Vorschau: So wird der letzte Bodensee-Tatort "Wofür es sich zu Leben lohnt"

Die finale Klappe ist bereits vor einem Jahr im Dezember gefallen. Am Sonntag wird nach 14 Jahren nun Folge Nummer 31 und damit der letzte Bodensee-Tatort mit dem tiefgründigen Titel "Wofür es sich zu Leben lohnt" ausgestrahlt. Wir verraten, ob sich auch das Einschalten lohnt.

Worum geht's?

Auf einem kleinen Ruderboot treibt die drapierte Leiche eines Mannes im mittleren Alter ans Schweizer Ufer des Bodensees. Er wurde vor seinem Tod misshandelt. Major Matteo Lüthi von der Kantonspolizei Thurgau ist schnell klar, dass es sich bei dem Toten um einen bekannten Rechtspopulisten aus Deutschland handelt und informiert die Kollegen von der Konstanzer Kripo, die auch gleich eine Spur verfolgen, die nach Bergminze riecht und Kommissarin Klara Blum in eine illustre Seniorinnen-Dreier-WG führt. Lüthi ermittelt derweil in einem weiteren Mordfall: Ein skrupelloser Anlagebetrüger ist vergiftet worden, dessen hinterbliebene Witwe nun mit dem ganzen, angehäuften Reichtum allein klar kommen muss. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Und was führen die drei mutmaßlichen Kräuterhexen in einem Textil-Discounter im Schilde? Die drei grenzüberschreitenden Ermittler stehen vor einem großen Rätsel. Fest steht laut SWR nur: "Am Ende ist alles anders und nichts entschieden. Nur der Abschied."

Worum geht's wirklich?

Um die drei großen G's unserer Zeit: Gier, Globalisierung, Gerechtigkeit; eingebettet in eine klassische "Who's done it-Suche" (Wer war der Täter?). Der letzte Bodensee-Tatort versucht sich am ganz großen Wurf und zwingt die sonst so resolute Ermittlerin Blum fast in die Knie. Denn es geht ja schließlich auch um ihr Vermächtnis beim Zuschauer. Der Titel "Wofür es sich zu Leben lohnt" spielt in diesem Zusammenhang auf eine Haltung, eine Werteordnung und nicht zuletzt auf Klara Blums Gesundheitszustand an, der sie in eine Sinnkrise wirft. 

Auf was dürfen wir uns freuen?

Klara Blum war bislang nicht gerade für große Gefühlsausbrüche und ihre Herzlichkeit bekannt. Sie kann sich zwar gut in andere Menschen, insbesondere Verdächtige, hineinversetzen, von sich selbst gibt die verwitwete Hauptkommissarin (ihr Mann, auch ein Polizist, wird in der ersten Folge erschossen) mit Haus am See jedoch herzlich wenig Preis. In ihrem letzten Fall bekommt die Fassade jedoch deutliche Risse. Vielleicht bietet Sie dem Kollegen Perlmann ja auf ihre alten Tage noch das "Du" an oder fängt mit dem Rauchen an...

Der Tatort mit der laufenden Nummer 1002 vereint darüber hinaus vier Fassbinder-Koriphäen, die nach langer Zeit wieder gemeinsam in einem Film auftreten. Neben Eva Mattes sind das die drei rüstigen Damen aus der Seniorinnen-WG, die von Hanna Schygulla, Margit Carstensen und Irm Hermann verkörpert werden. Alle vier waren 1972 Teil der Besetzung des Dramas "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" des 1982 verstorbenen Filmemachers.

Einen kleinen Cameo-Auftritt hat Michael Steinbrecher als Moderator des"Nachtcafés". Der langjährige Moderator des Aktuellen Sportstudios übernahm den Talkshow-Dino Anfang 2015 von Wieland Backes.

Die Handlung bringt es zwar nicht voran, aber die Bilder sind wirklich gelungen. Die Macher des Bodensee-Tatorts setzten bei ihren Vor-Ort-Aufnahmen eine Kameradrohne ein, die Konstanz und den Bodensee aus der Vogelperspektive zeigt. 

Bester Dialog (mit K.o.-Sieg Perlmann)

Blum zu Perlmann: "Vielleicht ist dieses Revier für uns beide zu klein geworden."
Perlmann: "Vielleicht haben wir Glück und einer von uns beiden wird beim nächsten Einsatz erschossen."
 

Fun Fact für Ortskundige

Achten Sie doch einmal am Anfang des Tatorts auf die "Klinik", in der sich Klara Blum befindet. Vielleicht erkennen Sie ja das Gebäude. Zusatzfrage: Wie schnell gelangt man von dort in die Niederburg, den ältesten Stadtteil von Konstanz?

Lohnt sich das Einschalten?

Wenn Sie ein geselliger Typ sind und am Montag in der Kaffeküche gerne mitreden- oder -lästern wollen, dann führt ohnehin kein Weg am Einschalten vorbei. Auch wenn Ihnen der Sinn nach romantischen Aufnahmen von der Bodensee-Region steht, können Sie wenig falsch machen. Alle anderen bekommen solide Krimikost zum Mitraten serviert.
 

So berichtet der SWR über die Dreharbeiten

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