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Kultur Shakespeare als Ein-Frau-Theater

Eunike Engelkind beeindruckt in Hannas Kulturcafé in Schopfheim

„Schlag nach bei Shakespeare...“. Nein, das ist das falsche Stück. Mit dem Musical „Kiss me Kate“ hat die Solo-Version von Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ von und mit Eunike Engelkind in Hannas Kulturcafé in Schopfheim nichts zu tun. Und gesungen wurde auch nicht. Die Stuttgarter Schauspielerin brachte ihr neu verfasstes Ein-Frau-Theater frei nach Shakespeare und dem Libretto der 1874 in Mannheim uraufgeführten komischen Oper „Der Widerspenstigen Zähmung“ von Hermann Goetz zur Aufführung. Die Figuren des Stücks werden allesamt von ihr in Personalunion dargestellt, mit veränderter Stimme, wechselnder Kostümierung, passender Gestik und Mimik: die schöne Bianca, ihre ältere Schwester Katharina, dieser zänkische Drachen („die Stolze mit dem Nudelholze“), die an den Mann gebracht werden soll, oder der elisabethanische Macho Petruchio, dem kein zahmes Täubchen zur Braut taugt und der eine feurige Schöne will.

In feuerrotem Gewande mimt Engelkind die Unbezwingbare, die gebändigt werden soll und lammfromm wird („sanft wie Zephirwind“). Es ist witzig, wie die Aktrice diese stolze Amazone verkörpert, und in Sekundenschnelle zum Herrn der Schöpfung wechselt. Eine einzige Kopfbedeckung reicht hier, oder sie rafft mal schnell ihren Rock hoch. Ring frei heißt es beim Hochzeitstag, an dem die Fetzen fliegen, nach dem Motto: „Catch me, if you can!“.

Den Vater Baptista spielt die wandlungsfähige Theaterfrau etwas gebrechlich mit Lorgnon. Nach gut einer Stunde sind Käthchen und Eunike des Kampfes müde, das ewige Fangspiel durch alle Zeiten findet ein Ende und es herrscht wieder Ruhe in Padua und im Kulturcafé. Im Gespräch nach der mit viel Interesse aufgenommenen Aufführung erzählt die 33-Jährige, die meist solo unterwegs ist, etwas über ihre Theaterstücke. Im Repertoire hat sie Anspruchsvolles vom Käthchen von Heilbronn über Hölderlins Hyperion und Bettina von Arnim, bis zur Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Ihr vielbeachtetes Theaterstück über den Findling Kaspar Hauser hat sie bereits früher hier vorgestellt. Am liebsten wählt sie Themen, die mit Leben und Taten von Persönlichkeiten um 1800 zu tun haben. In ihrer neuesten Produktion will Engelkind den Versuch wagen, Goethe aktuell als Brückenbauer nach Osten hin zu zeigen. Ihre Interpretation des „West-Östlichen Diwans“ wird in zwei Monaten Premiere haben. (js)

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