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Kino Neu im Kino: "Monsieur Pierre geht online" - Liebeskomödie mit Pierre Richard

Mehr als 40 Jahre liegen Pierre Richards große Erfolge wie "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" inzwischen zurück. Doch nun ist der französische Schauspieler wieder im Kino zu sehen - im Alter von 82 Jahren. Im Film "Monsieur Pierre geht online" (ab 22. Juli 2017 im Kino) erlebt er seinen zweiten Frühling.

Die große Zeit von Pierre Richard (82) liegt bereits eine Weile zurück. Nach dem Erfolg von „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ (1972) war der Schauspieler viele Jahre lang auf Komödien abonniert, deren deutsche Titel gern Wörter wie Knallerbse, Tolpatsch oder Hornochse enthielten. „Monsieur Pierre geht online“ ist kein Comeback, auch wenn Richard zuletzt seltener vor der Kamera stand als früher – aber als Hauptdarsteller einer Komödie war er hierzulande lange nicht zu sehen.

Der Film erzählt die Geschichte von Cyrano de Bergerac im Zeitalter des Internets und beschert Richard eine wunderbare Altersrolle: Pierre hat sich seit dem Tod seiner Frau von der Außenwelt abgekapselt. Seine Tochter Sylvie schenkt ihm einen Computer, damit er wenigstens per Video mit seiner Familie kommunizieren kann. Die Einführung in die Technik besorgt Alex (Yaniss Lespert), der Freund seiner Enkelin Juliette. Alsbald entdeckt Pierre, dass das Internet noch ganz andere Möglichkeiten bereithält. Er legt ein Profil in einem Dating-Portal an und lernt die junge Belgierin Flora kennen, die ihren Lebensgefährten verloren hat und von seinen Worten berührt ist. Sie will sich unbedingt mit ihm treffen; der chronisch klamme Alex lässt sich gegen eine kleine Aufwendung überreden, nach Brüssel zu fahren und sich als Pierre auszugeben. Flora (Fanny Valette) entpuppt sich als hinreißend schöne Frau, der beide Männer verfallen. Pierre will jedoch mehr als nur Einflüsterer sein, also lädt er Flora zum Gegenbesuch nach Paris ein, ohne Alex einzuweihen. Der kriegt das trotzdem mit, und als sich zufällig auch Sylvie und Juliette einfinden, kommt es zum großen Knall.

Zum Glück verzichtet Stéphane Robelin in dieser französisch-deutschen Co-Produktion auf jenen Holzhammer-Humor, der viele frühere Filme mit Pierre Richard auszeichnete. Der Schauspieler wiederum kommt komplett ohne die Zappeligkeit aus, die einst sein Markenzeichen war. Selbst die wenigen eher schlichten Scherze sind dank seines sparsamen Spiels amüsant. Die Wandlung vom ollen Griesgram zum charmanten Schlitzohr auf Freiersfüßen klingt zwar nach Lustspiel, doch über weite Strecken ist „Monsieur Pierre geht online“ eine Tragikomödie über einen einsamen alten Mann, der seiner großen Liebe nachtrauert. Zum heiteren Ausgleich gibt es bis hin zum Schlussknüller immer wieder Überraschungen.

Abspann

Genre: Tragikomödie

Buch und Regie: Stéphane Robelin

Darsteller: Pierre Richard, Yaniss Lespert, Fanny Valette

Produktionsland: Frankreich/Deutschland 2017

Verleih: Neue Visionen

Länge: 101 Minuten

FSK: ohne Altersbeschränkung

Fazit: "Monsieur Pierre geht online" ist eine anrührende Tragikomödie über einen Witwer auf Freiersfüßen.

Der Trailer zum Film

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