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Kino Neu im Kino: "Marie Curie" ist eine Hommage an die Wissenschaftlerin

Marie Curie hat zwei Nobelpreise gewonnen – ihre faszinierende Biografie wurde schon mehrfach verfilmt. Die französische Regisseurin Marie Noëlle legt den Fokus in „Marie Curie“ nun auf die Frau hinter der Wissenschaftlerin. Das Ergebnis ist ein Film über eine unbeugsame Frau, die sich nicht von ihrem Weg abbringen lässt

Die Faszination dieser Biografie ist offensichtlich – kein Wunder, dass das Leben von Marie Curie schon mehrfach verfilmt worden ist. Der Reiz der Geschichte als Filmstoff liegt dabei gar nicht mal so sehr in Curies Arbeit als Wissenschaftlerin, auch wenn sie Unerhörtes geleistet hat. Sie war nicht nur die erste Frau, der ein Nobelpreis verliehen wurde. Sie war auch die erste Person, der diese Ehrung ein weiteres Mal widerfahren ist. Die bisherigen Verfilmungen würdigten neben Curies Verdiensten im Kampf gegen den Krebs naturgemäß auch ihre Auseinandersetzungen mit bornierten Kollegen, in deren Weltbild nicht vorgesehen war, dass eine Frau derart brillant sein könnte.

Die französische Regisseurin Marie Noëlle geht jedoch noch einen Schritt weiter: Sie will zeigen, wer die Frau „hinter dieser Ikone der Wissenschaft“ war. Emotionaler Treibstoff der Handlung, die zwischen den beiden Nobelpreisen spielt, sind daher weniger die fachlichen Meriten, sondern die Gefühle. Zunächst schildert Noëlle die innige Beziehung von Marie und Pierre. Nach dem tragischen Tod des Gatten (Charles Berling), der von einem Pferdefuhrwerk überrollt wird, setzt Marie (Karolina Gruszka) die zuvor gemeinsam betriebenen Forschungen fort, ist nun aber auch alleinerziehende Mutter zweier Töchter. In der zweiten Hälfte des Films verschiebt Noëlle den Schwerpunkt: Marie verliebt sich in den verheirateten jüngeren Kollegen Paul (Arieh Worthalter). Das Verhältnis bleibt nicht lange verborgen, was zur Folge hat, dass die Gazetten mehr darüber als über den zweiten Nobelpreis berichten.

Aber auch Noëlle tappt in die Geschlechterfalle. Dass die Romanze ein dankbarer Filmstoff ist, liegt auf der Hand. Aber sie lässt die Heldin kaum noch Wissenschaftlerin sein, sondern zeigt ihre Hauptdarstellerin in vielen Nacktszenen. Ästhetisch sind die Aufnahmen ansprechend, inhaltlich aber wirken sie außer in den erotischen Momenten etwas unmotiviert. An der Gesamtqualität ändert das jedoch nichts.

„Die Menschheit braucht Träumer“ lautete der Arbeitstitel dieses Films, und in diesem Sinn erzählt Noëlle die Geschichte von Marie Curie – als Hommage an eine unbeugsame Frau, die sich durch nichts und niemanden von ihrem Weg abbringen lässt.

Abspann

Regie: Marie Noëlle

Darsteller: Karolina Gruszka, Charles Berling, Arieh Worthalter, Samuel Finzi

Land: Polen/Deutschland/Frankreich 2016

Verleih: NFP

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahren

Fazit: Fesselndes und ausgezeichnet gespieltes Porträt einer starken Frau, die ihrer Zeit weit voraus war.

Der Trailer zum Film:

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