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Kultur Die Mischung macht's

Auf der Art Karlsruhe sind auch etliche Galerien aus unserer Region vertreten

Die Veranstalter der noch bis Sonntag laufenden Art Karlsruhe bezeichnen ihre Messe selbst gerne als ein Gesamtkunstwerk, dessen breite Akzeptanz von vielen Faktoren abhängt. „Mensch Markt Kunst“ lautet das diesjährige Thema, das Erfolgsrezept jedoch schlicht und einfach: die Mischung macht's. Neben arrivierter Kunst und Klassikern der Moderne werden junge, neue Positionen gezeigt. Großzügig arrangierte Skulpturenplätze lockern die Kojenlandschaft, der von insgesamt 210 Galerien aus 13 Ländern bespielten Messehallen auf. Nicht kommerziell orientierte Sonderausstellungen runden das Programm ab.

Für diese künstlerische Vielfalt stehen repräsentativ auch die Galerien aus der Bodenseeregion. Einen internationalen guten Ruf genießt die Galerie Geiger. Auf den ersten Blick wenig spektakulär, aber dafür in Bezug auf die Inhalte umso bedeutender zeigt sich ihr Angebot von kunsthistorisch abgesicherten Positionen, die in musealer Qualität vom Kunsthistoriker Stephan Geiger betreut werden. Seit über vier Jahrzehnten konzentriert sich das Familienunternehmen auf Künstler wie beispielsweise hermann de vries, Heinz Mack, Daniel Spoerri und Christian Megert, die sie seit Jahren freundschaftlich begleiten.

ZERO-Kunst ist in jüngster Zeit wieder sehr gefragt. Geiger muss nicht wie viele andere auf diesen Zug aufspringen, die Galerie hat diesen mit ihrer exzellenten Arbeit, ihren Kontakten und mit ihrer Werkauswahl mit ins Rollen gebracht. Zudem gibt es noch ausgewählte Arbeiten von Hans Jörg Glattfelder, Rupprecht Geiger, Marcello Morandini, Georg Karl Pfahler und Günther C. Kirchberger auf dem Stand zu sehen. Somit ein solider Ort für Sammler, die schon genau wissen, nach was sie suchen und dort auch finden werden.

Bei artROOM aus Konstanz, die nun erstmals auf der Messe vertreten sind, sieht die Sache gänzlich anders aus. Die junge Galerie zeigt eben junge, frische Kunst von Hans Findling, Cherry Goldenberg, kunstrasen und Uwe Langmann in den Bereichen Fotografie, Installation und Street-Art, die auf dem Stand als Editionen gezeigt wird. Im Vergleich zu Geiger für das breite Publikum sicherlich unbekannte Positionen. Aber gerade diese Polaritäten zeichnet auch die Karlsruher Messe aus. Bei Ausstellern wie artROOM können die Besucher ohne festgelegten Plan noch preiswerte Entdeckungen machen.

Zum sechsten Mal in Karlsruhe dabei ist die Galeristin Heidi Frehland mit ihrer seit 1987 in Konstanz-Oberdorf beheimateten Galerie Bagnato, die ihren Schwerpunkt auf regionale Künstler legt. In der Koje gibt es ein Wiedersehen mit ungegenständlichen Arbeiten von Herbert Zangs und Davor Ljubicics großformatige gestisch bewegte „Raumbilder“.

Steinberger aus Langenargen ist auf der Messe mit zwei one-artist-shows vertreten. Die Skulpturen von Till Augustin stehen im Dialog zu den fotorealistischen Malereien von Sonja Weber. Machen wir einen kleinen Sprung über die Grenze, zuerst in die Schweiz. In Rheineck ist Galerie Wilmsen angesiedelt. Das Programm ist weit gefasst, von Joseph Beuys bis Ludwig Wilding. In Karlsruhe setzt man zudem mit den „Steinbüchern“ von Kubach-Wilmsen auf bewährte Familientradition.

Die Feldkircher Galerie Feurstein hat sich auf aktuelle, zeitgenössische Kunst mit abstrakten, informellen und konkreten Tendenzen konzentriert. In idealtypischer Weise die Mustergalerie auf der art Karlsruhe ist die Galerie Werner Wohlhüter aus Thalheim-Leibertingen. Von Anfang an dabei und immer mit vollem Programm. In der Koje überzeugt Werner Schmidt mit starken malerischen Landschaftsassoziationen. Aber Wohlhüters Domäne ist das Dreidimensionale, was dem Messekonzept, mit offenen Zonen die Kojenlandschaft aufzulockern, sehr entgegenkommt. Auf über 100 Quadratmetern gibt es eine Auswahl von großformatigen Stahl-skulpturen von Riccardo Cordero zu sehen. Ein alter Bekannter aus Konstanz ist Michael Oess, der seine Neue Kunst Gallery 1998 am Bodensee gegründet hat und mittlerweile in Karlsruhe ansässig ist. Im Zentrum seiner Messebeteiligung steht die spektakuläre Installation aus Edelstahl und die Performances des Wiener Künstlers Götz Bury. Schließlich gibt es noch die blauen Bilder der Konstanzer Künstlerin Sabine Becker bei der Galerie Depelmann zu entdecken.

Messe art Karsruhe: geöffnet heute 12 bis 20 Uhr, morgen 11 bis 19 Uhr.

www.art-karlsruhe.de

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