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Fernsehen Der Tatort "Paradies" im Vorab-Check: Es muss nicht immer Wien sein

Fast drei Monate mussten wir ausharren! Am kommenden Sonntag gibt es endlich wieder eine Tatort-Erstausstrahlung. Die Kollegen Eisner und Fellner aus Österreich bekommen es in der Folge "Paradies" mit rüstigen Rentnern in der Steiermark zu tun, die ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt haben. Wir verraten, ob sich das Einschalten lohnt.

Worum geht's?

Gerade haben Majorin Bibi Fellner und ihr Kollege Moritz Eisner in Graz einen Fall gelöst. Kurz vor dem Abflug in den wohlverdienten Urlaub erfährt Bibi (Adele Neuhauser) per Handy, dass ihr Vater, zu dem sie schon lange keinen Kontakt mehr hat, im Sterben liegt. Widerwillig und nach Überzeugungsarbeit von Eisner (Harald Krassnitzer) fährt sie mit ihrem Kollegen im Pontiac Firebird ins nahegelegene Pflegeheim in der Steiermark. Zu ihrer Überraschung hat ihr Erzeuger Bibi über 30.000 Euro in Bar hinterlassen, obwohl er selbst von Sozialhilfe lebte. Woher hatte der alte Herr so viel Geld?


Spaßfaktor

Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei die 10 Lachanfälle garantiert, bekommt der Austria-Tatort "Paradies" gute 6 Punkte, bierernst geht es hier also nicht zu. Und das, obwohl die erste Tatort-Premiere nach der Sommerpause zwei sehr aktuelle und düstere Themen anschneidet: Altersarmut - und ein ganz anderes Feld. An dieser Stelle sei hier aber nicht mehr verraten.

Die Charaktere

Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer liefern in ihren Rollen zwar eine gewohnt solide Leistung ab. Die wahren Stars in "Paradies" sind aber zwei ältere Herren: Der rüstige Rentner Paul Ransmayr, großartig verkörpert von Peter Weck ("Ich heirate eine Familie"), sowie Eisners pensionierter Kollege Reinhard Sommer (Branko Samarovski), der sich in dem verranzten Pflegeheim undercover einquartiert und sich auf ein gefährliches Spiel einläßt. Ein Wiedersehen gibt es übrigens mit Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz), ein Wiener Zuhälter und früherer Informant von Bibi, der ihr den Firebird überlassen hat.

Bester Spruch

Major Eisner will mit dem Firebird ("Scheiss Ami-Schleuder") fahren und zu dem Wagen eine Beziehung aufbauen: "Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: 'Wenn du etwas ändern willst, was du nicht ändern kannst, musst du deine Einstellung dazu verändern.'"

Einschalten oder abschalten?

Dieser Wiener Tatort, der nicht in Wien spielt, hat als Einstiegsfolge nach einer langen Sommerpause natürlich schon ein großes Privileg. Davon abgesehen kann eine klare Einschalt-Empfehlung an dieser Stelle abgegeben werden. Die Handlung wirkt zwar arg konstruiert, ist aber sehr kurzweilig umgesetzt. Zu viel Tiefgang oder Verkopftheit hätte hier wahrscheinlich nur geschadet. Darüber hinaus ist die Verknüpfung zweier völlig unterschiedlicher Themenfelder einfach gelungen. Nicht zuletzt überzeugt das Darsteller-Ensemble.

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