Mein

Kultur Autorin Eva Berberich präsentiert Unheimliches von der Moorkatze

Im neunten Katzenbuch der Autorin Eva Berberich geht es um Geschichten, die in der Region ihren Schauplatz haben

Katzen haben es ihr nun mal angetan – der Autorin Eva Berberich. Sie lebt mit Katze und Ehemann in Oberweschnegg im Hochschwarzwald und hat jetzt ihr neuntes Katzenbuch geschrieben: „Geh nicht ins Moor, wenn‘s dunkel wird! oder Die Moorkatz von Tiefenhäusern“. Das klingt wie ein Krimi, ist aber keiner. Auch wenn die Rahmenhandlung so etwas verspricht: Ein Verleger will seine Katzengeschichten schreibende Autorin besuchen und sie überreden, ein Buch über Sex and Crime zu schreiben, weil das marktfördernder sei. Doch dann wird er tot im Moor gefunden.

Um diese Geschichte rahmt sich viel Verrücktes und Okkultes. „Alles erlogen und erfunden“, so die Autorin mit Augenzwinkern. Und alles spielt in unserer unmittelbaren, vertrauten Umgebung, in Höchenschwand und Tiefenhäusern, am Schluchsee, in Attlisberg und Görwihl, in Oberweschnegg und im Waldhaus. Dieser Bezug zur Gegend wird von der Autorin ausgiebig gepflegt, und die teils befremdlich klingenden Ortsnamen werden fantasievoll erklärt. So hat Attlisberg natürlich was mit dem Hunnenkönig Attila zu tun, und die Orte Ober- und Unterweschnegg – so kann man lesen – entstanden durch einen handfesten Sittenskandal. Doch zurück zum Ausgangspunkt: Statt Mord und Sex fährt ein etwas älterer Herr, der Ich-Erzähler Heinrich, durch die Gegend und beschließt spontan, seinen früheren Klassenkameraden Augustin zu besuchen, den er lange nicht gesehen hat. Aus der Stippvisite wird ein fünftägiger Aufenthalt mit ausgiebigen Gesprächen.

Und es geschehen die merkwürdigsten Dinge: Ein Hund und ein Rabe können reden, Blitze schlagen in Grabsteine, Glocken läuten und die schwangere Ida Boy-Ed, der in Höchenschwand sogar ein Gedenkstein gewidmet ist, trauert ihrem Geliebten nach, der ihretwegen ins Moor gegangen ist. Überhaupt spielt das Tiefenhäuserner Moor eine tragende Rolle. Im Zentrum aber geistert eine ominöse Moorkatze durch die makabren und unheimlichen Geschichten, die Freund Augustin seinem eher harmlosen, leichtgläubigen Freund Heinrich erzählt. Die Beiden philosophieren über Gott und die Welt, zitieren Goethe und sind überhaupt sehr gebildet. Und der staunende Leser reibt sich die Augen: Was ist hier Fantasie, und was ist Wirklichkeit?

„Geh nicht ins Moor, wenn‘s dunkel wird! oder Die Moorkatz von Tiefenhäusern“ von Eva Berberich mit schauerlich schönen Bildern von Valery Nyre. Verlag: tredition, 11,99 Euro

Stimmungsvolle Adventsdeko, Geschenkideen für Weihnachten und vieles mehr bei SÜDKURIER Inspirationen. Jetzt Newsletter abonnieren und 10 € Gutschein sichern!
Auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ?
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Film
Musik
Kino
Kultur
Frankfurt
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren