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Überlingen/Stuttgart Vogelgrippe am Bodensee

25.02.2006
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Die Freiwillige Feuerwehr Überlingen desinfizierte gestern an der Promenade der Bodensee-Stadt ein 700 Quadratmeter großes Areal. Um keine giftigen Dämpfe des Desinfektionsmittels einzuatmen, trugen die Einsatzkräfte Schutzanzüge und ABC-Schutzmasken (siehe Bild). Die tote Tafelente war an der Promenade gefunden und am 15. Februar zur Voruntersuchung nach Aulendorf gebracht worden. Von dort ging der Kadaver ins Institut für Virusdiagnostik auf der Insel Riems. Das Institut bestätigte gestern, dass die Ente mit H5N1 infiziert war. Ob es sich bei der Virus-Art um eine hoch-infektiöse oder um eine weniger gefährliche Ausformung handelt, soll am Montag feststehen.

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk und seine Kollegin Monika Stolz (Gesundheit) warnten vor Panik. Hauk besuchte gestern Abend die Stelle an der Überlinger Promenade, an der die Ente im Wasser gefunden worden war. Am Abend wurde der drei Kilometer große Sperrbezirk um Überlingen ausgeschildert. Dazu brachte die Feuerwehr an allen Einfallstraßen Schilder mit dem Aufdruck „Geflügelpest Sperrbezirk“ an. Im Sperrbezirk darf Geflügel 21 Tage lang nicht transportiert werden. Für Hunde wurde Leinenzwang verfügt. Hauk appellierte an alle Landwirte, die Stallpflicht für Geflügel einzuhalten. Auch der für Gesundheitsschutz zuständige Staatsrat Konrad Beyreuther sieht darin die beste Chance, eine Übertragung auf Nutztiere zu vermeiden.

Die Minister riefen die Bevölkerung auf, keine toten Tiere anzufassen und wenn, dann mit Handschuhen. Es handle sich um eine Tierseuche, betonte die Ärztin Stolz. Die Ansteckung des Menschen sei nur durch sehr intensiven Kontakt mit Blut oder Kot infizierter Vögel möglich.

Volkmar Weber, Überlinger Oberbürgermeister, versicherte, die Stadt sei seit Wochen auf einen solchen Fall vorbereitet. Feuerwehr, Bauhof und Technisches Hilfswerk hätten mit dem Landratsamt das Vorgehen vorab besprochen. Weber bekräftigte, derzeit sei keine Gefahr für Menschen erkennbar, auch nicht beim Baden im See im kommenden Sommer. Die Bodenseewasserversorgung berichtete, das geförderte Trinkwasser sei durch Chlorung und Ozonierung virenfrei.

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