Vor 12.000 Jahren erfand der Mensch den Ackerbau - und wurde sesshaft. Das war eine echte Revolution. Die nächste passiert gerade im Moment: Die Menschheit streitet darüber, ob gentechnisch veränderte Pflanzen ein Segen oder ein Fluch sind.
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Es war eine Erfindung, die vor 12.000 Jahren das Leben der Menschen umkrempelte. Die Idee, Nutzpflanzen anzubauen, machte aus umherziehenden Gruppen von Nomaden in der Jungsteinzeit sesshafte Dorfbewohner. Die Auswirkungen waren enorm. Erst jetzt bildeten sich Siedlungen. Die Bevölkerung konnte viel stärker wachsen als zuvor. In der Dorfstruktur bildete sich eine immer feinere Arbeitsteilung heraus, wo es zuvor nur Jäger und Sammler gegeben hatte – das war die Basis für das Entstehen von Wissenschaft und Spezialistentum, also von Hochkulturen. Und die Erfindung des Ackerbaus scheint in der Luft gelegen zu haben. Überall auf der Welt kamen die Menschen auf dieselbe Idee – unabhängig voneinander, zuerst allerdings vermutlich im Nahen Osten.
Heute hat sich das Rad der Zeit gehörig weitergedreht. Die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe geht immer weiter zurück, die überlebenden werden immer größer. Der Bauer, der früher von Hand mit der Hacke oder mit dem Ochsen vor dem Pflug arbeitete, ist heute Chef eines Großbetriebes, das wichtigste Werkzeug ist der Computer geworden. Auch die Pflanzen haben sich durch jahrtausendelange Züchtung verändert, sind robuster geworden, tragen immer mehr Frucht. Weizen zum Beispiel ist heute das wichtigste Brotgetreide der Welt – und es gibt ihn schon seit der Neusteinzeit, also seit gut 6000 Jahren. Da die Pflanze aber relativ anspruchsvoll ist, begann man in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, Weizen mit Roggen zu kreuzen. Es entstand die Kunstpflanze Triticale.
Eine weitere Revolution deutete sich an, als der Mensch gezielt die genetische Struktur von Pflanzen verändern konnte. Der Streit, ob dieses „Genfood“ nun gut ist oder nicht, harmlos oder gefährlich, wird so schnell sicher nicht zur Ruhe kommen. Die sogenannten transgenen Pflanzen wurden im Labor darauf optimiert, besser gegen bestimmte Schädlinge resistent zu sein, weniger Pflanzenschutzmittel zu brauchen und höhere Erträge zu bringen. Umwelt- und Verbraucherschützer warnen allerdings vor den unkalkulierbaren Folgen. So könnten bestimmte Erreger menschlicher Krankheiten durch den Kontakt mit gentechnisch veränderten Pflanzen resistent werden. Die Pflanzen könnten beim Menschen auch bisher unbekannte Allergien auslösen.