Bienen sind wichtige Nutztiere in Deutschland. Die kleinen Tiere leben im Bienenstock in einem komplizierten biologischen und gesellschaftlichen System zusammen. Dieses Gleichgewicht ist leicht zu stören - etwa durch harte, lange Winter.
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Anderthalb Kilo Honig verzehrt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Um diese Menge zu produzieren, muss eine einzelne Biene 45.000 Mal zwischen Blüte und Nest hin- und herfliegen. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck des „fleißigen Bienchens“. Der Mensch macht sich die kleinen Tierchen schon lange zunutze – mindestens seit der Steinzeit. Lange war Honig der einzige Süßstoff. Inzwischen dient er vor allem noch als Brotaufstrich. Trotzdem werden weltweit jedes Jahr 1,3 Millionen Tonnen davon produziert.
Die Technik, die die Bienen entwickelt haben, um Honig herzustellen, ist hochkompliziert – und lässt sich auch nicht künstlich ersetzen. Fertiger Honig besteht aus über 200 einzelnen Stoffen. Hauptbestandteil ist Pflanzennektar, den die Biene aus Blüten heraussaugt. In ihrem Körper wandelt sie den Nektar um, fügt eigene Stoffe hinzu und ändert die Zucker-Zusammensetzung.
Im Nest tauscht die Sammlerin den Nektar mit einer Stockbiene. Die lagert ihn in eine Honigwabe ein, fächelt Luft darüber, bis der Wassergehalt niedrig genug ist. Dann schließt die Biene die Wabe – der Honig ist fertig. Imker „ernten“ nur die Überschuss-Produktion – denn der Honig wie auch Blütenpollen dienen den Bienen und ihrem Nachwuchs als Nahrung. Auch über den Winter müssen die Vorräte reichen – sonst sterben die Bienen. Wir sind also auf die Bienen angewiesen – ebenso wie ein Großteil aller blühenden Pflanzen, die von Honigbienen bestäubt werden. Ökonomen haben errechnet, dass die jährliche Wirtschaftsleistung von Bienen in Deutschland rund vier Milliarden Euro beträgt. Damit sind sie die drittwichtigsten Nutztiere des Landes. Und so kommt es auch, dass der rechtliche Status von Bienen sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert ist.
Die einzelne Biene ist nicht lebensfähig. Sie ist Teil eines „Superorganismus“, dem Bienenvolk. Für diesen hat sich auch der Begriff „der Bien“ eingebürgert. Nur der Bien als Ganzes kann Nahrung produzieren, das Überleben im Winter sichern und sich vermehren. Bis zu 60.000 Tiere kann solch ein Staat umfassen. Sie leben auf engstem Raum zusammen, die Temperatur im Test beträgt stets 35 Grad. Mit verschiedenen ausgeklügelten Techniken sorgen die Bienen dafür, dass diese Temperatur gehalten wird – sie fächern beispielsweise Luft oder transportieren Wasser ins Nest. Miteinander kommunizieren die Tiere über Duftstoffe – und teilen den Standort ertragreiche Blütenfelder mit Tänzen anderen Bienen mit.
Manchmal kommt es vor, dass sich ein Volk teilt und die eine Hälfte als neuer Schwarm ein neues Zuhause sucht. Ein solcher Bienenschwarm mit bis zu 25.000 Tieren ist zwar ein unheimlicher Anblick, aber eigentlich ungefährlich. Lässt er sich etwa am eigenen Haus nieder, sollte man einen Imker rufen.
Im Jahr 2010 könnte übrigens der Honig knapp werden. Nachdem 2009 die Varroa-Milbe den Insekten stark zu schaffen gemacht hatte, zeigt der harte Winter nun Folgen. Einer Umfrage zufolge hat jede fünfte Biene den Winter nicht überlebt – das sind doppelt so viele wie üblich. Auch die Landwirtschaft wird das spüren – sie ist auf die kleinen Pflanzen-Bestäuber angewiesen.
Die Honigmacher