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07.06.2013  |  von  |  0 Kommentare

Internet NSA-Skandal: Was tun gegen Datenspionage im Internet?

USA - der Überwachungsstaat schlechthin? Viele Internet-Provider und die großen amerikanischen IT-Firmen unterstützen den Geheimdienst NSA bei der Sammlung etlicher Nutzerdaten. Nachrichtenportale und Blogs geben nun Tipps, was man dagegen tun kann. Wir haben die wichtigsten Schutzmaßnahmen zusammengestellt.

Smartphone: Selbstbedienungsladen für US-Datensammler? Foto: Florian Kleinschmidt/Archiv  Bild: Foto: dpa





Ein erster Schritt ist das Verschlüsseln der eigenen Informationen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Webmail-Dienste oder Cloud-Speicher nicht bereits verschlüsselt wären. Im Gegenteil: Bei vielen Anbietern gehört eine Verschlüsselung zum Standard. Problematisch wird es allerdings, wenn diese Anbieter mit Datenkraken wie der NSA zusammenarbeiten - da hilft auch die hartnäckigste Verschlüsselung nichts mehr.

Für Sicherheit muss also auf dem lokalen PC gesorgt werden. Für den Schriftverkehr im Netz bedeutet das, dass ein E-Mail-Client (zum Beispiel Mozilla Thunderbird) installiert werden muss, mit dem die Nachrichten verschlüsselt werden können. Bei Cloud-Speichern wird es hingegen schon ein bisschen schwieriger. Es gibt technisch keine Möglichkeit, Cloud-Dienste wie Dropbox oder Microsoft SkyDrive auf dem eigenen PC zu verschlüsseln. Es gibt allerdings alternative Anbieter, die auch lokale Verschlüsselungen anbieten, zum Beispiel die Dienste Teamdrive oder Wuala. Ein Anbieterwechsel ist hier also die einzige Möglichkeit.

E-Mail-Adressen zum Wegwerfen können ebenfalls zum Schutz beitragen, ein bekannter Dienst ist beispielsweise Trashmail. Doch einmal abgesehen von dem für den Alltag viel zu hohen Aufwand, ist es auch hier für Spione nicht schwer, die IP-Adresse zu ermitteln. Ähnliches gilt für das Verwenden von Einweg-SIM-Karten.

Die Einrichtung eines Virtual Private Network, kurz VPN, kann hingegen tatsächlich helfen. VPNs sind private Netzwerke, in denen Informationen abgekoppelt vom WWW versendet und empfangen werden können. Probleme: Die Einrichtung eines eigenen VPN ist nicht gerade billig und VPN-Service-Provider kosten erstens Geld und sind zweitens oft nicht vertrauenswürdig.

Dennoch: Ist man einmal in den Blick der Ermittler geraten, hilft keine Schutzmaßnahme mehr. Behörden wie die NSA verfügen über genügend Mittel und Wege, um jede Verschlüsselung zu umgehen und selbst VPN-Netzwerke auszuspionieren. Die Zusammenarbeit mit den Providern und den Internetkonzernen hilft der NSA lediglich dabei, eine große Datensammlung anzulegen, um schneller und direkt auf Informationen zugreifen zu können.

Am Ende des Tages bleibt nur eine Möglichkeit, seine Daten wirklich zu schützen: Keine oder weniger Daten zu produzieren und preiszugeben. Was im Netz landet, ist öffentlich, egal ob bei Twitter oder in scheinbar privater Kommunikation. Dass Geheimdienste die technischen Mittel haben, sämtliche privaten Daten auszuspähen, hat man lange geahnt. Seit heute weiß man, dass sie es auch tun.
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