Natürlich brannte der CSU-Mann vor zehn Jahren auf die Kanzlerschaft und wäre es auch fast geworden. Wenn Winfried Kretschmann dasselbe sagt, glaubt man ihm das. Er sei gerne Provinzpolitiker, bekennt er. Man nimmt ihm das ab, aus einem einfachen Grund: Der Schwabe hat kein Problem mit der Provinz. Was anderen als Inbegriff von Rückständigkeit und Kleingeist erscheint, bereitet dem Grünen sogar gesteigerte Freude. Der erste Bürger im Land weiß, dass Provinzialismus nur im Kopf existiert. Nicht jeder, der auf dem Land lebt, ist deshalb gleich von gestern. Es soll Dorfgasthäuser geben, um deren Tische mehr Weisheit versammelt ist als in einem Berliner Szenelokal. Weshalb Kretschmann gerne in Stuttgart bleibt.

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