Mein

Baden-Württemberg Am Ende zählt das Ergebnis

25.08.2012
Ist es rechtens, wenn sich der Staat Diebesgut aneignet? Wenn er Dokumente erwirbt, von denen er weiß, dass sie der Verkäufer gestohlen hat?
Winfried Kretschmann

Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärte in einem Interview, Baden-Württemberg könnte auch Steuer-CDs kaufen.  Bild: dpa

Service
Artikel drucken  Artikel drucken
  Artikel versenden

  Newsletter
  RSS-Feed


Das Geschäft mit den Steuer-CDs wirft viele Fragen auf. Der Staat soll sich nicht als Hinterhofgauner aufführen, sondern als Garant von Ordnung. Dafür nennt er sich auch Rechtsstaat.

Und doch hat Winfried Kretschmann recht mit seiner Ankündigung: Er tritt für den Kauf der kleinen Scheiben ein, auf denen sich die Spuren möglicher Steuersünder nachvollziehen lassen. Der Ministerpräsident macht eine einfache Rechnung auf: Wenn sich das Land zurückhält und auf den Kauf verzichtet, wiegen sich mögliche Steuerflüchtlinge in Sicherheit und bringen ihr Geld in der gewohnt diskreten Schweiz unter. Dann bleibt alles beim Alten, zumal das fertig verhandelte Abkommen auf Eis liegt.

Der CD-Kauf wirkt vor allem psychologisch. Mancher Steuerkriminelle wird sich die Sache noch einmal überlegen. Nordrhein-Westfalen, das die Datenträger serienweise erwirbt, berichtet Gutes. Bürger mit labilem fiskalischem Gewissen zeigen sich zähneknirschend selbst an.

Stefan Mappus – im Umgang mit Festplatten überhaupt nicht zimperlich – lehnte den Kauf der heißen Ware ab. Er hatte rechtliche Bedenken. Kretschmann springt über den Schatten. Die Operation ist, bei allen wichtigen Einwänden, nützlich. Ein goldiges Paradox: Der Erwerb von Hehlerware dient am Ende der Steuergerechtigkeit.

Hoffentlich kommen da noch mehr CD's in den Handel
Alle die dagegen wettern haben doch nur eines im Sinn: Hoffentlich bleibt mein Schwarzgeld davon ... mehr ...
Wieviele Schweizer haben ihr geld in Deutschland angelegt?
Die Praxis der Offenlegung des Vermögens in der Schweiz und in Deutschland ist völlig verschieden. mehr ...
Aus der einstimmigen, unanfechtbaren Entscheidung, BVerfGE 2 BvR 2101/09, 09. 11. 2010:
““ Auch wenn die Strafprozessordnung nicht auf Wahrheitserforschung „um jeden Preis“ gerichtet ... mehr ...
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2013