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05.02.2013  |  0 Kommentare

Bund geht auf Distanz zu Stuttgart 21

Der Bund sieht nach Medienberichten keine ausreichende Grundlage für die Fortsetzung des Bahnhofsprojekts „Stuttgart 21“. Das Projekt könnte zudem frühestens im Jahr 2024 fertig werden - und damit vier Jahre später als geplant.

Der Druck auf die Bahn wächst: Nach einem Bericht geht der Bund auf Distanz zu Stuttgart 21.  Bild: Jan-Philipp Strobel (dpa)



Der Bund sieht einem Bericht zufolge keine ausreichende Grundlage für die Fortsetzung des Bahnhofsprojekts „Stuttgart 21“. Die Argumente für eine weitere Finanzierung seien zu schwach, zitierte die „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstagausgabe) aus einem internen Dossier des Verkehrsministeriums.

Das Projekt würde zudem frühestens im Jahr 2024 fertig, falls sich die Genehmigungsverfahren so in die Länge zögen wie bisher. Der Bund wolle daher im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn auf Alternativen dringen.

Stuttgart 21 soll mindestens 5,6 Milliarden Euro kosten

Der Umbau des Bahnknotenpunkts „Stuttgart 21“ ist hochumstritten. Im Dezember hatte die Bahn bekannt gegeben, dass sie davon ausgeht, dass sich das zuletzt mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagte Projekt auf mindestens 5,6 Milliarden Euro verteuern wird.

Der Logistik-Konzern rechnet zudem mit weiteren möglichen Kosten von bis zu 1,2 Milliarden Euro, die er gegebenenfalls mit den Projektpartnern - darunter sind die Stadt, das Land und der Bund - teilen will. Für die Bahn bliebe das Projekt nur dann wirtschaftlich, wenn der Eigenanteil des Staatskonzerns an den Mehrkosten weniger als 1,8 Milliarden Euro betrage.

Bahnvorstand wird massiv kritisiert

Das vertrauliche 15-seitige Dokument aus dem Haus von Minister Peter Ramsauer (CSU) wurde laut „Stuttgarter Zeitung“ zum Treffen der DB-Aufsichtsräte an diesem Dienstag erarbeitet. Der Bahnvorstand wird darin von den Experten des Ministeriums massiv kritisiert. Der DB-Spitze wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat zu spät, unzureichend und sogar falsch informiert zu haben.

So sei es unrichtig, dass die Gesamtfinanzierung von „S 21“ noch gesichert sei. Deshalb könne der Bund auch keine weiteren Zahlungen für das Projekt mehr freigeben. Die von der DB ermittelten Mehrkosten seien „nur teilweise belastbar und keineswegs abschließend“. (afp)

Das Projekt mit dem Namen Stuttgart 21 sieht den Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs in der Landeshauptstadt vor. Alle aktuellen Entwicklungen und Hintergründe erfahren Sie in unserem Dossier.

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