Mein

Baden-Württemberg Herzkranke Patientin: Ulrike Knopf ist froh, dass es Tannheim gibt

Ulrike Knopf ist eine selbstbewusste junge Frau, die mitten im Leben steht, ihren Beruf liebt, dankbar für eine erfüllende Partnerschaft ist. Zurzeit absolviert sie eine Rehabilitation in der Nachsorgeklinik Tannheim. Die 31-jährige Freiburgerin hat einen schweren angeborenen Herzfehler.

„Ich muss wieder fit für den Alltag werden“, beschreibt sie das Ziel.

„Double outlet right ventricle“ heißt der Herzfehler von Ulrike Knopf, der erst nach der Geburt diagnostiziert wurde. Die großen Hauptarterien entspringen beide aus der rechten Herzkammer, die linke ist verkümmert. Normalerweise pumpt sie sauerstoffreiches Blut in die Körperschlagader, durch den rechten „Ventrikel“ wird sauerstoffarmes Blut in die Lunge geleitet. Durch Ulrike Knopfs Adern floss eine Mischung aus beidem. In drei großen Operationen wurden arterieller und venöser Blutfluss getrennt und für das verbrauchte Blut ein Umweg zur Lunge konstruiert - der nach seinem Erfinder benannte „Fontan-Kreislauf“. Die junge Frau hat nur vage Erinnerungen an diese extrem riskanten Eingriffe, als „fifty-fifty“ hätten Mediziner ihre Überlebenschance beschrieben.

Die Freiburgerin hatte Glück, ihr künstlicher Blutkreislauf funktioniert. Sie ist körperlich recht stabil, gesund ist sie nicht und kann es nie werden. Sie hat Herzrhythmusstörungen und muss täglich Tabletten schlucken. Sportarten wie Reiten sind tabu, sie darf ihr überfordertes Herz nicht überanstrengen, wird schnell müde, hat Konzentrationsprobleme. An ihrer Dankbarkeit für den medizinischen Fortschritt ändert das nichts: „Ich bin froh, dass ich da bin.“

Ulrike Knopf arbeitet in der Ernährungsberatung der Uni-Klinik Freiburg und ist schnell in der richtigen Abteilung, wenn ihr Herz streikt. Gleichwohl will sie Eskalationen tunlichst vermeiden, will leistungsfähig bleiben, Haushalt, Beruf, Partnerschaft ohne chronische Erschöpftheit unter einen Hut bringen. Auch das ist ein Grund für die Reha in Tannheim. „Ich brauche diese Zeiten, um mich unter medizinischer Überwachung aufs Training konzentrieren zu können und Grenzen auszuloten. Hier kann mir nichts passieren.“

2010 war die 31-Jährige das erste Mal in Tannheim. Die familienorientierte Nachsorgeklinik beschreibt sie als Offenbarung: „Die Ärzte hier haben richtig Ahnung, auch die Physiotherapie ist super und ich will auch die psychosozialen Gespräche nicht missen.“ Ulrike Knopf will sich den Kopf nicht über Eventualitäten zerbrechen, sondern nach vorn gucken, will kräftig für den Alltag werden und bleiben. „Dazu brauche ich weiterhin Rehas wie diese. Zu Tannheim gibt es keine Alternative in Deutschland.“ Einen einzigen Makel hatten die vier kostbaren Wochen. Die Patientin war in einem Zweibettzimmer untergebracht. So nett die Wohngenossin gewesen sei, so sehr hätten beide Frauen Privatsphäre vermisst. „Einzelzimmer wären toll. Darum wünsche ich der Spendenkampagne großen Erfolg und habe gern meine Geschichte erzählt.“ (cn)

Stimmungsvolle Adventsdeko, Geschenkideen für Weihnachten und vieles mehr bei SÜDKURIER Inspirationen. Jetzt Newsletter abonnieren und 10 € Gutschein sichern!
Auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ?
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren