Bad Säckingen – Der Hotzenwald im Landkreis Waldshut steht derzeit unter besonderer Beobachtung. Ornithologen (Vogelkundler) streifen mit Ferngläsern und Kameras durch Wald und Flur. Grund ihrer Vogelwanderungen: In einem kleinen Tal zwischen dem Gemeinden Görwihl und Ibach haben riesige Schwärme von Bergfinken ihre Schlafplätze eingenommen.
Die Vogelkundler schätzen die Zahl der Vögel auf zwei bis vier Millionen, die auf einer Strecke von etwa einem Kilometer übernachten. „Das ist eine Sensation“, sagt eine Ornithologin aus Basel begeistert. Zwar werden alle Jahre wieder große Populationen an Bergfinken beobachtet, oft im Markgräflerland. Aber das, was sich im Hotzenwald derzeit ereignet, macht selbst passionierte Vogelfreunde vor Verwunderung sprachlos.
Die Wissenschaftler sprechen von einem Naturphänomen und meinen, dass sich dies so bald nicht wiederholen wird. Die Kunde von dem Ereignis hat sich in Ornithologen-Kreisen erst in den vergangenen Tagen breit gemacht. Jetzt reisen die Vogelkundler von weit her an: aus Tübingen, Braunschweig, aus der Schweiz und sogar aus Frankreich. Unter ihnen ist auch der Naturfotograf Dietmar Nill. „Es ist faszinierend“, sagt er, „einmalig“. Selbst Rudi Apel, Vorsitzender des Nabu Görwihl, kommt ins Schwärmen: „Das hat es noch nie gegeben.“
