Konstanz/Kreuzlingen Youtube-Hit „Confusing Borders“: Darum kommt der Bodensee ohne Grenzen aus

Ein britischer Comedian wundert sich darüber, dass die Bodensee-Anrainer ohne klare Grenzen auskommen. Sein YouTube-Video wird im Internet weltweit bestaunt.

Tom Scott kannte bislang keiner in Deutschland. Jetzt sorgt sein Video, das er über sich und den „Lake Constance“ ins Internet gestellt hat, für eine Klick-Flut. Darin wundert sich der Brite, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz sich bislang nicht auf eine klare Grenzziehung einigen konnten. Schließlich sei ja alles in der Welt aufgeteilt – warum bloß nicht der Bodensee?

Für den jungen Engländer ist unverständlich, was hier, in Zentraleuropa eigentlich schon jahrzehntelang geräuschlos funktioniert: der europäische Gedanke, das friedliche Miteinander und gegenseitiges Helfen, wenn’s drauf ankommt.

Grenzverläufe am Bodensee. Grafik: SÜDKURIER / Quelle: Landratsamt für Vermessung und Geoinformation
Grenzverläufe am Bodensee. Grafik: SÜDKURIER / Quelle: Landratsamt für Vermessung und Geoinformation

Die deutsche Wasserschutzpolizei sieht keinerlei Probleme in der täglichen Praxis. „Die länderübergreifende Zusammenarbeit funktioniert reibungslos und pragmatisch“, sagt Roland Fleischer vom Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen. Seines Wissens sei es hier noch nie zu Problemen gekommen, unterstreicht der Beamte.

So ganz eindeutig ist die Grenze freilich nicht definiert. Immerhin wurden schon acht Doktorarbeiten über den Grenzverlauf verfasst. Die jüngste von Claudius Graf-Schelling, ehemals Regierungsrat des Kanton Thurgau, kam zu dem Schluss, dass die Grenzen völkerrechtlich nicht geregelt sind. Während Deutschland und Österreich für einen ufernahen Streifen (Kondominium) votieren, beansprucht die Schweiz den See bis zur Mitte.
 



 

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