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Freiburg Tote Studentin von Freiburg: Verdächtiger verweigert nach wie vor die Aussage

Der mutmaßliche Mörder der Studentin in Freiburg will sich weiterhin nicht äußern. Keine heiße Spur gibt es zudem im Fall der in Endingen getöteten Joggerin. Ein Zusammenhang mit dem Mord an der Studentin wird weiter geprüft.

Der mutmaßliche Mörder der Studentin in Freiburg will sich nach wie vor nicht zu den Vorwürfen äußern. Sein Anwalt habe ihm geraten, sich nicht zur Sache einzulassen, sagte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, in einem „Welt“-Interview (Donnerstag). „Bisher hat er nur seine Personalien bestätigt.“ Auch die Befragung der Pflegefamilie habe keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Einem 17 Jahre alten Flüchtling aus Afghanistan, der 2015 nach Deutschland kam, wird vorgeworfen, Mitte Oktober in Freiburg die Studentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Einen Zusammenhang mit dem Verbrechen an einer jungen Frau in Endingen bei Freiburg sieht der Kripo-Chef bislang nicht. Er halte dies für nicht sehr wahrscheinlich. Vier Wochen nach dem Auffinden der Leiche der 27-jährigen Frau aus Endingen fehlt der 40-köpfigen Sonderkommission "Erle" noch immer eine heiße Spur.

Inzwischen gehen die Ermittler etwa 1100 Hinweisen und Spuren nach. In dem Endinger Fall warte die Polizei immer noch auf verwertbare DNA. „Es gibt Fälle, wo man erst Monate später voll auswertbare DNA gefunden hat“, sagte Egetemaier. Das sei eine Herkules-Aufgabe, es könne sehr lange dauern.

Die Leiche habe fünf Tage im Wald gelegen, bevor sie gefunden worden sei. Die 27 Jahre alte Frau in Endingen war Anfang November von einem Unbekannten vergewaltigt und ermordet worden. Sie war allein zum Joggen aufgebrochen und nicht zurückgekehrt.

Die Untersuchungen in Endingen dauern weiter an


Bei der Soko "Erle" gingen auch Hinweise auf Personen ein, die sich am Tattag auf dem Verbindungsweg zwischen Endingen und Bahlingen und im Bereich des Parkplatzes des Bestattungswaldes aufhielten. Sofern sich diese Personen bisher noch nicht gemeldet haben, werden sie gebeten, sich als Zeugen mit der Soko in Verbindung zu setzen, unabhängig von der eigenen Einschätzung, ob sie etwas Verdächtiges beobachtet haben.

Nach wie vor dauern die Sichtung und die Auswertungen des umfangreichen Spurenmaterials, das an der Fundstelle des Opfers und im weiteren Bereich zwischen Endingen und Bahlingen gesichert wurde, an. Die komplexe Spurenlage erfordert es, dass diese Untersuchungen auch noch einen unbestimmten Zeitraum in Anspruch nehmen werden.

Im Zuge der Abklärung von Hinweisen kommt es grundsätzlich im Rahmen einer Soko-Arbeit gelegentlich zu Überprüfungen von Personen. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es im Falle der getöteten Joggerin in Endingen aktuell keine Festnahme und keinen dringenden Tatverdacht gibt. Staatsanwaltschaft und Polizei raten, sich nicht aufgrund von öffentlichen Spekulationen, beispielsweise in sozialen Netzwerken, zu informieren, sondern sich ausschließlich auf behördliche Quellen zu verlassen.
 

Die Beamten der Soko "Erle" und die sie unterstützenden Stellen arbeiten weiter mit unvermindertem Nachdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens.

Von privater Seite wurden durch mehrere Personen mittlerweile weitere bis zu 3.000 Euro als Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Identifizierung und Ergreifung des Täters führen. Insgesamt sind damit derzeit bis zu 28.000 Euro - davon 22.000 Euro von privater Seite - ausgelobt.

Die Soko "Erle" ist unter der Telefonnummer 07641/582-114 erreichbar.

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