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Radolfzell Naturschutztage: Naturschutz unter der Lupe

Der Nabu organisiert die 41. Naturschutztage. Diesmal geht es in Radolfzell um die Praxis. Die Naturschutztage widmen diesmal unter anderem auch der Schäferei eine Exkursion.

Die Naturschutztage haben einen festen Platz zum Jahresbeginn im Radolfzeller Veranstaltungskalender. Aus der kleinen Seminarveranstaltung vor 41 Jahren ist nach Angaben der Organisatoren inzwischen die größte alljährlich wiederkehrende Naturschutztagung im deutschsprachigen Raum geworden. Am Dreikönigs-wochenende vom 5. bis 8. Januar ist es wieder so weit. Im Radolfzeller Milchwerk dreht sich dann alles um die Themen Energiewende, Naturschutz und nachhaltiges Wirtschaften. „Bisher liegen 500 Anmeldungen vor, außerdem haben wir viele Mails und Anrufe erhalten. Wenn alle kämen, hätten wir 600 Gäste“, freut sich Thomas Körner, Regionalgeschäftsführer des Nabu, der zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) die Naturschutztage veranstaltet. Diesmal setzen die Macher auf die Praxis, nachdem zuletzt politische Schwergewichte wie baden-württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) als Hauptredner den Ton angegeben hatten.

An den vier Tagen soll es Exkursionen geben, auch um die Themen Beweidung und Schafzucht einer Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dafür wurde der Schäfer Hubertus Both vom Ho­hentwiel gewonnen, dessen Schafzucht auf der Domäne weithin bekannt ist. Naturschutz ist aber nicht nur ein regionales Thema. Und so erläutert Claude Martin, viele Jahre Generaldirektor des World Wildlife Fund (WWF), den Zustand der Regenwälder, Benoit Sittler von der Uni Freiburg erklärt zudem, welchen Einfluss der Klimawandel auf das Grönlandeis hat.

Referenten und Themen wie diese sind es, die den Naturschutztagen seit vielen Jahren große Beachtung verschafft haben. Im Publikum sitzen laut Körner neben Verbandsmitgliedern auch Vertreter von Kommunen, Kreisen und des Landes sowie Raumplaner, eine bunte Mischung aus Experten also, die den Austausch pflegen.

Hausschafe zählen zu den ältesten Haustieren überhaupt.
Hausschafe zählen zu den ältesten Haustieren überhaupt. | Bild: Bild: privat

„Das Interesse an dieser Veranstaltung ist ungebrochen“, stellt Körner fest. Naturschutz hat offenbar bis heute Konjuktur. Die Naturschutztage haben sich in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zu einer festen Großveranstaltung gemausert. Seit den Anfängen, als sich 40 Naturschützer noch zur Fortbildung im Ratskeller von Gaienhofen trafen, hat das Treffen längst überregionalen Charakter. Der Platz reichte bald nicht mehr aus, sodass die Veranstalter in die Hörihalle und später in die Universität Konstanz wechselten, bis sich mit dem Milchwerk in Radolfzell ein geeigneter Tagungsort auftat. Die Bedeutung sprach sich herum. „Die Referenten kommen gern“, sagt Körner. Zum Auftritt von bekannten Größen wie Kretschmann und Oettinger füllen schon mal 1000 Zuhörer den großen Saal.

Den Reiz der Naturschutzarbeit spie­gelt auch der Mitgliederstand beim Nabu wider. Allein in den vergangenen zwölf Monaten habe der Landesverband ein Plus von zehn Prozent verzeichnet, inzwischen zählt er mehr als 90 000 Mitglieder. Damit ist Baden-Württemberg neben Nordrhein-Westfalen einer der größten Landesverbände und neben dem BUND der führende Umweltverband in Deutschland.

Die Veranstaltung

Die Naturschutztage werden heute um 14 Uhr im Milchwerk eröffnet. Am Freitag- sowie am Samstagnachmittag gibt es 30 Seminare, Exkursionen und Workshops. Heute um 14.30 Uhr spricht Benoit Sittler von der Uni Freiburg über die Arktis im Griff des Klimawandels. Um 17 Uhr geht es um tropische Regenwälder. Organisiert hat das Treffen der Naturschutzbund Deutschland, dessen neuer Chef Johannes Enssle ist, bislang Waldreferent des Nabu im Land. Er folgt auf Andre Baumann, der heute Staatssekretär im Umweltministerium ist. (nik)

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